Red Bull Salzburg ist Meister!

Jetzt kommt der Stern auf das Trikot

Red Bull Salzburg ist Meister!

Nach dem 2:1-Sieg in Wien bei der Austria krönt sich Red Bull Salzburg zum österreischischen Fußball-Meister 2019!

Red Bull Salzburg hat sich den sechsten Meistertitel in Folge in der Fußball-Bundesliga gesichert. Der Titelverteidiger siegte am Sonntagnachmittag bei der Wiener Austria trotz Rückstands mit 2:1 (0:0) und kann drei Spiele vor Saisonende damit von Verfolger LASK nicht mehr vom ersten Tabellenplatz verdrängt werden. Salzburg holte nach dem Cup-Sieg gegen Rapid damit auch wieder das Double.

 

© APA/GEORG HOCHMUTH

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Dominik Prokop brachte die Austria in der 71. Minute in Führung, Xaver Schlager und Hannes Wolf drehten die Partie aber mit ihren Toren in der 81. und 86. Minute. Der Neun-Zähler-Vorsprung reicht Salzburg, da die Punkteanzahl der "Bullen" anders als beim LASK nach dem Grunddurchgang abgerundet wurde. Dadurch sind die Mozartstädter bei Gleichstand an Zählern immer vorgereiht.
 

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Meisterstern. Mit dem Titelgewinn 2019 hat Salzburg gesamt 10 Meisterschaften gewonnen, seit Didi Mateschitz bei den Salzburgern eingestiegen ist. Und nun kommt auch der Meisterstern. Wie die Bullen auf Twitter verlautbarten, wird ab nächster Saison ein Meisterstern das Klublogo zieren.
 

Das sagt Coach Rose zum Titel

Marco Rose (Salzburg-Trainer) via Sky: "Einfach eine tolle Woche für uns, für den Verein und die Fans - ich bin sehr stolz. Mit den zwei Ergebnissen sitze ich hier, tiefenentspannt und kann genießen. Wir wollten heute hier Meister werden, wie wir das vorheriges Wochenende beim WAC schon gerne geworden wären.
 
"Wir haben ein ordentliches, aber kein überragendes Spiel gemacht. Wir hatten aber die Partie aber unter Kontrolle. Die Chancen, die Austria hatte, waren Eigenfehler in den meisten Fällen. Dass wir dann noch Qualität nachschießen können, dass das nicht nur bei uns, sondern auch beim Gegner was auslöst, ist klar."
 
"Den Ansprüchen musst du auch erst einmal gerecht werden - jede Woche. An diesen Ansprüchen misst man uns auch, das erfahren wir ja auch nach jedem Spiel. Die beste Antwort sind einfach Titel."
 
"Wir wollen versuchen, unsere Statistik weiter positiv aussehen zu lassen. Wir haben die Verpflichtung, den Wettbewerb dementierend spannend zu halten. Klar ist aber auch, dass wir jetzt dem gesamten Kader die Möglichkeit geben wollen, zu spielen. Wir setzen uns jetzt in den Bus, werden wieder irgendeine Tankstelle ansteuern und bisschen feiern gehen."
 

Salzburg feiert Meistertitel in Wien – Meinungen

Christoph Freund (Salzburg-Sportdirektor): "Meister zu werden ist immer schwierig. Manche stellen es vor der Saison so dar, als ob es ein Selbstläufer werden würde. Es ist gigantisch, dass wir jetzt sechs Mal hintereinander Meister geworden sind. Wir haben diese Saison in dieser Woche gekrönt. Ich ziehe den Hut vor der ganzen Saison. Wir haben gute Spieler verloren in den letzten Jahre, da wurde uns schon der Niedergang prophezeit. Die Bestätigung von solchen Titeln ist immer schwieriger, als sie zu holen. Jetzt geben wir richtig Gas heute. Im Bus wird jetzt die Post abgehen und in Salzburg werden wir eine eher kürze Nacht erleben."

Hannes Wolf (Salzburg-Torschütze): "Ich glaube es hat uns nicht jeder zugetraut, dass wir nach dem Rückstand noch zurückkommen. Es war sicher nicht unsere beste Partie, aber wir wollten das jetzt unbedingt fixieren. Wir sind alle überglücklich, dass wir das geschafft haben. Der Titel hat einen Riesenstellenwert, nachdem ich persönlich komische Wochen erlebt habe, die nicht so einfach waren."

Xaver Schlager (Salzburg-Torschütze) zum Anteil von Trainer Rose: "Er macht die Taktik, stellt auf, rotiert und all diese Sachen. Er gibt uns Freiheiten und gibt uns Selbstvertrauen. Ihm gebührt ein Riesenanteil an dem Titel, aber wir müssen es dann auch umsetzen. Aber es gibt so viele Leute im Verein, die Anteil an diesem Titel haben - sei es der Trainer, oder der Koch, der uns immer ein super Essen zubereitet."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Spieler): "Wir sind alle sehr glücklich und stolz. Es war wichtig, dass wir nach dem Cupfinale die Spannung hochhalten, fokussiert bleiben. Man hat dann auch gesehen, wie schwer es ist. Aber jetzt haben wir die Saison gekrönt. Überragende Mannschaft, überragende Charaktere, das hat uns die ganze Saison über begleitet. Wir haben eine Bombenstimmung in der Mannschaft, ich habe richtig Spaß hier zu spielen."
 
Stefan Lainer (Salzburg-Verteidiger): "Ich bin froh, dass wir das fixieren konnten, es warten noch schwere Gegner. Jetzt können wir uns nicht ausruhen, aber ein wenig feiern, wir haben beide Titel eingefahren. Das (Spiel) spiegelte den Charakter der Mannschaft. Die Qualität ist hoch, aber die Mentalität ist überragend. Bei dem Schweinswetter und dem Rückstand muss man erst zurückkommen und das Spiel drehen. Jetzt wird es eine schöne Busfahrt nach Hause. So einen Stern muss man sich erst verdienen, das haben wir nach harter Arbeit geschafft."
 

Neuer Modus, alter Meister 

Selbst der neue Ligamodus samt Punktehalbierung nach dem Grunddurchgang und ein aufstrebender LASK haben die "Bullen" 2018/19 nicht stoppen können. Mit dem sechsten Meistertitel in Folge baute Salzburg die Bundesliga-Bestmarke aus und zementierte seinen Sonderstatus im heimischen Fußball ein. Zumindest national scheint klar: Auch der anstehende Umbruch wird daran kaum etwas ändern.
 
Der LASK, der sich unter Trainer Oliver Glasner an der Red-Bull-Schule orientiert, erwies sich im Lauf der Saison als einziger ernsthafter Konkurrent der finanzkräftigen Salzburger, auch ihm ging aber vorzeitig die Luft aus. Das Einschmelzen des Rückstands auf vier Punkte vor Beginn der zweiten Saisonphase ließ in Pasching zwar kurz zarte Hoffnung keimen, reichte aber nicht. Salzburg siegte in der zweiten Runde der Meistergruppe am 7. April bei den Linzern 2:0 und setzte sich vorentscheidend ab.
 
Mit dem 2:1 bei der Austria ist der Triumph am Sonntag zur Gewissheit geworden, der zehnte Meistertitel der Red-Bull-Ära bringt den Fans auch den ersehnten Stern aufs Clublogo. Der 2:0-Sieg über Rapid im Cupfinale am vergangenen Mittwoch schließt man die Saison - nach einer Schaffenspause 2018 - auch wieder mit dem Double ab. Es ist das erste und vorläufig letzte unter Marco Rose, der im Sommer zu Borussia Mönchengladbach geht - als Trainer nicht nur mit den meisten Spielen der RB-Ära (114), sonder auch als erfolgreichster: Der Punkteschnitt (aktuell 2,33) wird am Ende jenen von Vorgänger Oscar Garcia (2,26) noch übertreffen.
 

Abgang Roses wird schwer wiegen

Der Abgang Roses könnte schwer wiegen. 2017 führte er die U19 zum Gewinn der UEFA-Youth-League, dann die "Bullen" 2018 ins Europa-League-Halbfinale, 2019 immerhin ins Achtelfinale. Und Rose ist nicht der einzige Erfolgsgarant, der im Sommer geht. Neben dem 42-Jährigen fix weg sind der vermutliche Torschützenkönig Munas Dabbur, der sich dem FC Sevilla anschließt, sowie der künftige RB-Leipzig-Kicker Hannes Wolf. Dazu kommen hartnäckige Gerüchte um bevorstehende Wechsel von Xaver Schlager, Fredrik Gulbrandsen, Diadie Samassekou oder Stefan Lainer.
 
Selbst im schlechtesten Fall ist Salzburg allerdings ein einigermaßen reibungsloser Übergang zuzutrauen. Einerseits hat die sportliche Führung unter Christoph Freund schon in der Vergangenheit bewiesen, Abgänge kompensieren zu können - so fiel etwa jener von Amadou Haidara im Winter kaum ins Gewicht. Dafür steht auch eine kleine Armada an ausgeliehenen Kickern zur Verfügung, von denen Stürmer Hwang Hee-chan bereits fix zurückkehrt. Andererseits kommt mit Trainer Jesse Marsch ein Mann der Red-Bull-Schule, der schon in New York und zuletzt als Ralf Rangnicks "Co." in Leipzig arbeitete.
 

Ära der absoluten Dominanz

Jenem Rangnick, der mit seinen klaren Konzepten in Sachen Spielsystem, Transfer- und Ausbildungspolitik die Ära der absoluten Dominanz in der Mozartstadt erst ermöglichte. Freilich auch jener Rangnick, der manchen Fans trotz formaler Trennung der Clubs in Salzburg und Leipzig nach wie vor als heimlicher Strippenzieher gilt. Wenig überraschend sahen sich die Kritiker durch die Bestellung von Marsch einmal mehr bestätigt.
 
Wie auch immer. Just dem US-Amerikaner Marsch könnte es zufallen, als erster in der RB-Ära mit Salzburg in der Gruppenphase der Champions League zu kicken. Denn auch die Saison 2018/19 startete mit dem Schönheitsfehler der verpassten Königsklassen-Quali - zum elften Mal seit Dietrich Mateschitz 2005 den Verein übernahm. Dank Österreichs - und vor allem Salzburgs - starkem internationalen Abschneiden in den vergangenen Jahren winkt im heurigen Herbst aber ein Fixplatz in der Gruppenphase. Noch muss man freilich zittern: Gewinnt Ajax Amsterdam überraschend den laufenden Bewerb, wäre das vermeintliche Ticket wieder weg - und die Floskel vom Königsklassen-Fluch wohl endgültig berechtigt.

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