Spitzentrio rutschte gemeinsam aus

"Es ist jetzt kalt"

Spitzentrio rutschte gemeinsam aus

Tief im Herbst hat erstmals niemand aus Österreichs Fußball-Top-Trio Salzburg, LASK und WAC gewonnen. Am besten zog sich in der 16. Runde am Sonntag noch Tabellenführer Salzburg mit einem 1:1 bei Admira aus der Affäre, der LASK (0:4 gegen Rapid) und WAC (1:2 in Altach) verloren. Die Niederlagen, das betonten die Trainer, würden an den Endplatzierungen aber wenig ändern.

Erstmals seit über einem Jahr (Oktober 2018) ist Serienmeister Salzburg wieder zwei Ligaspiele in Serie sieglos. Die "Bullen" mühten sich nach dem Champions-League-Erfolg in Genk in der Südstadt nach Rückstand immerhin zu einem Punkt. "Es war ein komisches Spiel für uns. Admira hat tief, aber stark verteidigt", sagte Trainer Jesse Marsch. Der US-Amerikaner forderte nach nur zwei Punkten gegen die Tabellennachzügler Admira und St. Pölten (2:2) einen schleunigen Lernfortschritt seiner Mannschaft ein, denn: "Wir waren zweimal dominant, haben aber nicht gewonnen."

Die klimatischen Bedingungen kommen, so Marsch, seiner kombinationsstarken Truppe nicht unbedingt entgegen. "Es ist jetzt kalt und es sind nicht alle Plätze in Österreich in einem guten Zustand. Aber egal, wir müssen für jede Situation bereit sein." Auch wenn es, das ließ Marsch am Sonntag durchblicken, in der Meisterschaft erst nach der Punkteteilung richtig drauf ankomme.

Nach Punkteteilung wird es Ernst

So ähnlich sprach am Sonntag LASK-Coach Valerien Ismael. "Ich sage es Woche für Woche: Der Grunddurchgang hat weniger Bedeutung als die Meisterrunde im Frühjahr", sagte der Franzose. Der Angriff der von ihm betreuten Linzer auf die Tabellenspitze wurde von eiskalt vollstreckten Rapid-Kontern abgeblasen. Stattdessen büßten die Europacup-Heroen sogar einen Zähler ein und liegen nun deren zwei zurück. "Unser Ziel ist es, den Abstand nach unten auf den dritten und vierten Platz hochzuhalten."

Nur gut also aus Linzer Sicht, dass der Ligadritte WAC nach einem 1:2 in Altach und vor dem direkten Duell in Wolfsberg am kommenden Wochenende weiter acht Punkte zurückliegt. WAC-Coach Mohamed Sahli monierte drei Tage nach dem 0:1 gegen Mönchengladbach und dem feststehenden Europacup-Aus zunächst fehlende Präsenz und Giftigkeit. Aber: "Die Niederlage ist kein Beinbruch, auch wenn sie im ersten Moment schmerzt."

LASK sieht sich im Pech

Den Linzern, die am Donnerstag mit einem 2:1 bei Rosenborg Trondheim vorzeitig den EL-Aufstieg fixiert hatten, lag das Debakel im Magen. Die Serie von sieben Ligasiegen en suite riss just im Prestige-Duell. Und: "Wir wurden deutlich unter Wert geschlagen. Jeder hat gesehen, dass wir zweite Hälfte klar die bessere Mannschaft waren", bekräftige Mittelfeld-Mann Peter Michorl. "Ich denke, das Spiel kann auch anders ausgehen", sagte Verteidiger Gernot Trauner. "Heute ist viel Negatives zusammengekommen." Er meinte damit gleich drei Aluminiumtreffer seiner Mannschaft und den Führungstreffer von Rapid, der nach einem umstrittenen Einwurf fiel. Und den sein Trainer Ismael als "Ungerechtigkeit" sah.

Rapid-Kapitän Stefan Schwab hatte einen Einwurf, der laut TV-Bildern wohl bereits zuvor dem LASK zugestanden hatte, schnell ausgeführt und damit den späteren, sechsten Auswärtssieg eingeleitet. "Wir sind zwei Punkte hinter dem WAC, es gibt eine Punkteteilung. Wir sind noch nicht in den Top Drei, wo wir hinwollen, aber wir sind dabei", sagte Schwab.

19 seiner 28 Punkte hat der Tabellenvierte in der Fremde geholt. "Der Gegner ist bei sich daheim mehr gefordert. Wir tun uns schwer, das Spiel zu kontrollieren. Auswärts spielen wir sehr clever, sind auch effizient", erklärte Schwab. Am Wochenende steht das Wiener Derby gegen eine ebenfalls hoffnungsfrohe Austria (5:0 gegen Hartberg) an. Da hat Rapid allerdings wieder Heimrecht.

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