3:1 - Rapid jubelt nach wildem Derbysieg

Bundesliga

3:1 - Rapid jubelt nach wildem Derbysieg

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Rapid gewinnt das 329. Wiener Derby mit 3:1 gegen die Wiener Austria und schafft einen Befreiungsschlag. Die Veilchen bleiben hingegen in der Krise.  Die Grün-Weißen hielten damit Anschluss an die Teams im oberen Bereich. Für die Austria hingegen ist der Fehlstart mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen Gewissheit.

Erfolge feierten die beiden steirischen Clubs. Sturm Graz siegte in Altach mit 2:1 und verteidigte damit Rang vier. Hartberg setzte sich mit einem 3:1-Erfolg in St. Pölten ebenfalls in der Verfolgergruppe von Tabellenführer Salzburg fest.

Am Vortag hatten die Salzburger mit einem 5:1 bei Aufsteiger WSG Tirol das nächste Schützenfest gefeiert. Der WAC setzte sich im Duell der beiden Europa-League-Starter beim LASK mit 1:0 durch, Schlusslicht Admira unterlag Mattersburg zu Hause mit 1:3 und hält weiterhin nur bei einem Zähler.

Rapid siegt in Action-Derby

Mit einem 3:1-(1:1)-Auswärtssieg im 329. Wiener Derby hat sich Rapid am Sonntag die Vorherrschaft in der Bundeshauptstadt zurückgeholt. Achteinhalb Monate nach der bitteren 1:6-Niederlage in Favoriten rehabilitierte sich Grün-Weiß und hielt in der Tabelle Anschluss an die Teams im oberen Bereich. Für die Austria hingegen ist der Fehlstart mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen Gewissheit.

Rapids Thomas Murg (7.) bzw. "Veilchen" Christoph Monschein (10.) nach jeweils eklatanten Defensivschnitzern trafen bald nach Anpfiff, den vorentscheidenden Treffer zum durchaus verdienten Erfolg im ersten Derby dieses Kalenderjahres besorgte vor 14.615 Zuschauern Taxiarchis Fountas (51.). Die Austria hatte dem zweiten Gegentreffer nur wenig entgegenzusetzen und kassierte in der Nachspielzeit durch den eingewechselten Aliou Badji auch noch ein drittes Tor (94.). Nach der dritten Saisonniederlage findet sich das Team von Neo-Coach Christian Ilzer nur auf Platz acht wieder. Rapid hat als Sechster fünf Zähler mehr, drei fehlen auf den zweitplatzierten LASK.

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer hatte im Vergleich zum 1:2 gegen den LASK sechs Änderungen vorgenommen. Durchaus erwartet stand der japanische Stürmer Koya Kitagawa erstmals in der Startelf, überraschend hingegen kam das Profidebüt von Dalibor Velimirovic. Der 18-jährige, der auch für die Amateure erst elf Partien absolviert hat, lieferte schließlich im defensiven Mittelfeld eine tadellose Vorstellung ab.

Schwere Abwehr-Fehler führen zu Toren

Kühbauers Team startete besser und profitierte bald vom ersten folgenschweren Patzer des Gegners: Nachdem Maximilian Sax den Ball in der Vorwärtsbewegung an Stefan Schwab verloren hatte, verstolperte Jarjue eine Flanke von Philipp Schobesberger, Murg sagte aus wenigen Metern "danke". Das Momentum wäre aufseiten der Gäste gewesen, die aber leisteten sich nur wenig später einen Selbstfaller, konkret einen haarsträubenden Rückpass von Mateo Barac, der schon im Derby im Dezember ein Unsicherheitsfaktor gewesen war. Monschein holte sich den Rückpass des Kroaten, umkurvte Goalie Tobias Knoflach und schoss von der rechten Seite ein.

rapid.jpg © GEPA
Das 329. Wr. Derby war heftig umkämpft

Die intensive, schnelle, aber qualitativ durchschnittliche Partie auf ebenso mäßigem Terrain hatte in den folgenden 20 Minuten so gut wie keine Torchancen zu bieten, dafür brachte die Schlussviertelstunde vor der Pause einige gute Möglichkeiten. Schobesberger verpasste nach einer von Jarjue schlecht geklärten und hoch aufspringenden Hereingabe das Tor (34.), dann köpfelte Fountas an die Stange (35.), und Murg traf nach Vorarbeit Kitagawas das Außennetz (43.). Da hatte Ilzer bereits den von der Rolle befindlichen Jarjue durch Dominik Prokop ersetzt (39.) und auf eine Viererkette umgestellt. Sein Team war davor durch zwei Hereingaben Florian Kleins gefährlich geworden: Einmal klärte Knoflach vor Monschein (36.), dann kam Sax nur Zentimeter zu spät (39.).

Rapid holte sich bald nach Wiederbeginn den Vorteil zurück, Goalie Ivan Lucic war beim abgefälschten Fountas-Schuss ohne Chance. Dass Assistgeber Stephan Auer das Spielgerät beim Ballgewinn mit der Hand berührt hatte, blieb ein Schönheitsfehler. Abgesehen von einem Freistoß Alexander Grünwalds, den Knoflach über die Latte drehte (54.) und einem Monschein-Schuss nach Konter, den ebenfalls Rapids Schussmann partierte (59.), fand die Austria darauf keine brauchbare Antwort.

Rapid hatte das Geschehen unter Kontrolle, nur ein Eckball von Caner Cavlan, den Auer auf der Linie klärte, trübte dieses Bild (73.). Die Gäste blieben gefährlicher. Schobesberger legte den Ball nach schöner Vorarbeit am langen Eck vorbei (76.), später zielte Badji zu zentral auf Lucic (82.). Gut zehn Minuten später machte der Senegalese dann sein erstes Saisontor doch noch perfekt.

Stimmen zum Spiel

Christian Ilzer (Austria-Trainer): "Das ist eine Derby-Niederlage, die unglaublich schmerzt. Es war ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel, sehr zweikampfintensiv. Wir haben in den falschen Momenten die Tore bekommen. Wir hatten Chancen, in Führung zu gehen, aber wir schaffen es nicht, die positiven Momente auf unsere Seite zu ziehen. Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg von Rapid." Zum zweiten Gegentor: "Man muss eine klare Entscheidung treffen, auch für unsere Schiedsrichter, damit sie wieder auf internationaler Ebene zu sehen sind. Deswegen sollte man beim VAR nachziehen."

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Heute ist natürlich ein wunderschöner Tag für uns. Es war klar, dass die Mannschaft, die hier verliert, in nächster zeit in unruhigerem Wasser sein wird. Wir haben gut begonnen, dann ist die Austria durch einen Eigenfehler von uns zurückgekommen, dann war es ein ausgeglichenes Match, aber ich würde sagen, wir wollten den Sieg ein bisschen mehr. Velimirovic hatte ein unglaublich gutes Debüt, aber bitte belassen wir es dabei. Wir machen in Österreich oft Spieler zu schnell groß. Ich weiß nicht, was es jeden Club kosten würde, aber ich wäre absolut für den Videobeweis."

Thomas Murg (Rapid-Torschütze): "Es war ein verdienter Erfolg für uns. Wir hatten viele Ausfälle, aber die, die reingekommen sind, waren echt gut. Das zeigt, dass wir einen großen und starken Kader haben. Ich werde in dieser Transferzeit nicht wechseln und bleibe auf jeden Fall bei Rapid. Ich bin froh und stolz, dass ich bei Rapid bin."
 

Hartberg siegte dank Rakowitz-Doppelpack in St. Pölten - mehr auf Seite 2
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