Mählich: Sturm-Trainer statt ORF-Experte?

Nach Aus für Vogel

Mählich: Sturm-Trainer statt ORF-Experte?

Nach der Trennung von Heiko Vogel will Fußball-Bundesligist Sturm Graz bei der Trainersuche keine Hast an den Tag legen. Die Maxime laute "Qualität vor Zeitdruck", erklärte Sportdirektor Günter Kreissl bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag. Es gelte, die "gesamt Gruppe" einzubinden und eine Entscheidung zu finden, "bei der möglichst viele Leute ein gutes Gefühl bekommen".

Namen möglicher Kandidaten wollte Kreissl keine nennen. "Ich habe mir Gedanken gemacht, aber keine umfassenden Gespräche oder Vorverhandlungen geführt." Auch zum Anforderungsprofil wollte er nichts sagen. Klar sei aber: "Wir bevorzugen eine deutschsprachige Lösung." Die kommenden Trainingseinheiten werden interimistisch von Günther Neukirchner und Joachim Standfest geleitet, dann wartet die Länderspielpause auf den Vizemeister.

Dass man Geld in die Hand nehmen könnte, sei durchaus denkbar. "Ich will das nicht ausschließen, es muss aber für Sturm im Rahmen sein", meinte Kreissl. "Ein neuer Trainer wird nicht alles umdrehen müssen, dafür war die Arbeit von Heiko Vogel zu gut. Aber eine neue Ansprache und Veränderungen im Detail können helfen. Wir wissen, dass ein neuer Trainer oft sein eigenes Team aufstellen will." In den Medien kursierte zuletzt der Name des derzeit vereinslosen Roman Mählich als Favorit auf die Nachfolge. Die Sturm-Legende wäre die ideale Besetzung - auch für die Fans. Doch Mählich könnte auch auf einen Anruf der Wiener Austria warten, wo der Sessel von Trainer Thomas Letsch ebenfalls gehörig wackelt.

Dass Vogel mit seiner Forderung, sechs Punkte gegen Innsbruck und St. Pölten seien "Pflicht", selbst den Druck erhöht habe, wollte Kreissl ("Das war eine sehr mutige Ansage") nicht abstreiten. Jedenfalls habe es sich um eine "paradoxe Situation" gehandelt. Denn die Leistungen seien zum Teil durchaus ansehnlich gewesen, aber "ein Sieg in 14 Spielen ist einfach wenig". Allerdings seien für fehlende Resultate nicht nur das Trainerteam, sondern auch die Spieler verantwortlich: "Die Mannschaft weiß aber, dass sie in der Verantwortung steht."

vogel.jpg © GEPA
Vogel war weniger als ein Jahr im Amt

Auch seine eigene Arbeit beurteilte Kreissl ("Ich hatte ein gutes Verhältnis zu Vogel") selbstkritisch. Die Personalentscheidungen "muss ich massiv hinterfragen", betonte der 44-Jährige. "Da sind wir sicher bei einigen Personalien weit hinter den Erwartungen zurück. Ich bin aber nach wie vor absolut überzeugt vom Potenzial im Kader."

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