Sturm besiegt Bullen und holt Cup-Titel

Cup-Finale

Sturm besiegt Bullen und holt Cup-Titel

Der österreichische Fußball-Cupsieger 2018 heißt Sturm Graz. Die Steirer gewannen das Finale vor 27.100 Zuschauern im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Meister und Titelverteidiger Red Bull Salzburg mit 1:0 nach Verlängerung und holten dank des entscheidenden Treffers von Stefan Hierländer in der 112. Minute die fünfte Pokal-Trophäe der Vereinsgeschichte.

Die Salzburger hingegen verpassten das fünfte Double in Folge und kassierten nach 29 Cup-Partien wieder eine Niederlage. Es ist die zweite bittere Schlag für die "Bullen" binnen einer Woche nach dem unglücklichen Aus im Europa-League-Semifinale gegen Olympique Marseille. Dazwischen hatte man am Sonntag gegen Sturm Graz mit einem 4:1-Heimsieg den vorzeitigen Meistertitel fixiert.

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Sturm besiegt Bullen knapp mit 1:0

Das Spiel in Klagenfurt hatte wegen eines erhöhten Verkehrsaufkommens und Diskussionen um ein großes, leicht entflammbares Transparent der Sturm-Fans mit 15-minütiger Verspätung begonnen. Die Anhänger der Grazer, im Vergleich zu jenen von Salzburg ganz klar in der Überzahl, sorgten zunächst vor und dann auch während der Partie für gehörigen Wirbel und peitschten ihre Mannschaft nach vorne.

Perfekte Sturm-Taktik gegen müde Bullen

Die "Blackys" suchten immer wieder mit hohen Bällen den schnellen Weg nach vorne, die ersten gefährlichen Szenen lieferte aber der Serienmeister ab. Nach einem Missverständnis zwischen Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl und Lukas Spendlhofer tauchte Munas Dabbur in der 17. Minute vor dem Tor auf, brachte aber keinen Schuss mehr zustande. Drei Minuten später traf Fredrik Gulbrandsen zum vermeintlichen 1:0 für den Titelverteidiger, allerdings war schon zuvor wegen einer Abseitsstellung von Assistgeber Dabbur abgepfiffen worden.

Danach folgten einige Härteeinlagen auf beiden Seiten und zwei vielversprechende Angriffe der Grazer. In der 29. Minute bändigte Salzburgs Schlussmann Cican Stankovic einen Schuss von Bright Edomwonyi, in der 34. Minute fing der Cup-Tormann der "Bullen" einen Kopfball von Deni Alar.

Zur Pause musste der angeschlagene Duje Caleta-Car in der Kabine bleiben, was die durch den Ausfall des an Muskelproblemen laborierenden Andreas Ulmer ohnehin schon geschwächte Salzburger Defensive nicht gerade sattelfester machte. Erstmals brenzlig wurde es in der 47. Minute, als zwei Schüsse von Thorsten Röcher aus kurzer Distanz abgeblockt wurden und Edomwonyi anschließend übers Tor schoss. Die nächste gute Gelegenheit hatte Röcher in der 56. Minute, scheiterte aber an Stankovic.

Bullen nach Rot geschwächt

Spätestens nach Gelb-Rot für "Bullen"-Abwehrchef Andre Ramalho in der 71. Minute übernahm Sturm vor den Augen von Ex-Coach und Teamchef Franco Foda endgültig das Kommando, präsentierte sich jedoch im Abschluss ineffizient. Stankovic entschärfte einen Freistoß von Peter Zulj (72.) und parierte mit einem tollen Reflex aus kurzer Distanz einen Alar-Kopfball (79.). Wenige Sekunden später köpfelte der Sturm-Angreifer den Ball genau auf Stankovic.

Die Salzburger, in der zweiten Hälfte nur bei einem abgefälschten Gulbrandsen-Schuss knapp neben das kurze Eck gefährlich (53.), retteten sich mit vereinten Kräften in die Verlängerung. Die Overtime verlief völlig ereignislos - bis zur 112. Minute. Marvin Potzmann brachte eine Flanke zur Mitte und der sträflich alleingelassene Hierländer durfte den Ball aus kurzer Distanz volley über die Linie befördern.

Stimmen zum Cup-Finale

Deni Alar (Sturm-Graz-Spieler): "Unser Sieg ist mehr als verdient. Salzburg hat nur Stankovic im Spiel gehalten, wir hatten unglaubliche Chancen. Man hat gemerkt, welche Willensstärke in uns ist."

Lukas Spendlhofer (Sturm-Graz-Spieler): "Natürlich sind wir überglücklich. Großes Kompliment an den Trainer, an die Mannschaft. Das war einfach magisch, wie wir taktisch gespielt haben. Salzburg hat fast keine Chancen gehabt. Wir haben das Spiel meiner Meinung nach durch unsere perfekte Taktik gewonnen. Wir hatten ein Heimspiel. Am liebsten würde ich jedem Einzelnen die Hand schütteln."

Valon Berisha (Salzburg-Spieler): "Es war eine Partie auf Augenhöhe. Wenn man sieht, wie Sturm gekämpft hat, muss man den Hut ziehen, sie waren am Schluss besser. Heute war leider nicht unser Tag."

Cican Stankovic (Salzburg-Tormann): "Sturm hat sich den Sieg verdient. Wir waren heute nicht so gut wie am Sonntag beim 4:1, mit der Roten Karte ist es noch schwieriger geworden. Es ist schade, aber wir können trotzdem stolz auf uns sein. Wir haben noch auf den Lucky Punch gehofft, aber er ist uns nicht gelungen."

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