Erwartungen nach sensationeller Vorsaison hoch

Der nächste Schritt für Red Bull heißt WM-Titel

Red Bull Racing darf sich nach den Erfolgen der vergangenen Saison erstmals zu den Mitfavoriten im Kampf um den Formel-1-WM-Titel zählen. Sechs Grand-Prix-Siege hatten Sebastian Vettel und Mark Webber in der vergangenen Saison eingefahren. Der deutsche Jungstar und der australische Routinier sind das einzige Fahrergespann in den vier Topteams, das sich nicht geändert hat.

"Kontinuität spielt immer eine große Rolle", betonte Teamchef Christian Horner. Sie hatte es im Formel-1-Engagement von Red Bull bereits seit dessen Anfangsstadium 2004/2005 getan. Demgemäß ist auch der neue RB6-Bolide aus der Feder von Stardesigner Adrian Newey eine Weiterentwicklung des so erfolgreichen Vorjahres-Modells RB5. Dass sich das Reglement im aerodynamischen Bereich kaum geändert hat, darf als Vorteil interpretiert werden.

Mit dem Tiefstapeln wollte man in Fuschl daher gar nicht erst beginnen. "Heuer müssen wir um den Titel fahren, wir gehören sicher zu den drei schnellsten Teams", hatte Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz am Wochenende in den "Salzburger Nachrichten" gefordert. Die Erwartungen steigen. "Jetzt müssen wir dort fortsetzen, wo wir 2009 aufgehört haben. Es gibt keine Garantie für den Titel, aber eine Zielsetzung", erklärte Mateschitz.

Die hohen Ansprüche werden im Team nicht als Druck, sondern als Motivation interpretiert. "Wir sind besser vorbereitet als jemals zuvor", versicherte Horner. Der Engländer sieht zum Saisonstart in eineinhalb Wochen in Bahrain zwar Ferrari in der Rolle des Topfavoriten, sandte aber eine Warnung an die Konkurrenz: "Wir sind in der besten Form, in der wir je waren. Der Schlüssel für die WM wird die Konstanz sein."

Die hatte den Bullen in der vergangenen Saison noch gefehlt. Zu Saisonbeginn hatte Brawn mit dem Doppel-Diffusor überrascht und damit die Basis für den WM-Titel von Jenson Button gelegt. Dazu kamen Ausfälle und Strafen gegen Vettel. 2010 sollte das Reglement klarer und von Schlupflöchern befreit sein. Zwar haben sich andere Teams von Ideen des RB5 inspirieren lassen, der Newey-Faktor könnte so aber noch stärker zum Tragen kommen.

"Wir haben versucht, Adrian soviel Zeit wie möglich zu geben", sagte Horner. Die ersten Testfahrten in Valencia hatte Red Bull sogar ausgelassen, damit auf 2.500 der ohnehin streng limitierten Testkilometer verzichtet. Das Vertrauen in das Design-Genie Newey, das Ende 2005 ins Boot geholt worden war, scheint grenzenlos. Sechs Weltmeister-Autos (Fahrer wie Konstrukteure) hat der Brite bereits entworfen, der RB6 soll das siebente sein.

Die Mateschitz-Millionen haben es möglich gemacht. "Wenn das Team so zusammengehalten werden kann, ist das Rüstzeug für den Erfolg da", meinte der Red-Bull-Boss. Auch in Form eines jungen Mannes, für den der erste WM-Titel nur als Frage der Zeit gilt. Mit 22 Jahren ist Vettel bereits Vizeweltmeister und hat fünf Grand Prix gewonnen. "Er ist sicher eine Ausnahmeerscheinung, die es nur alle paar Jahre gibt", sagte Mateschitz über den Deutschen.

Für Webber dagegen könnte das Jahr seines auslaufenden Vertrages zum Schlüsseljahr werden. Dabei hatte der 33-Jährige im Vorjahr trotz eines schweren Mountainbike-Unfalls in der Vorbereitung seine ersten zwei Rennen gewonnen. Im November waren ihm erneut Schrauben aus dem Bein entfernt worden. "Natürlich wollen wir Weltmeister werden, jeder will das", erklärte Webber. "Es zählt Platz eins, alles andere ist eigentlich egal", ergänzte Vettel.

Etwas kleinere Brötchen bäckt das Zweitteam Toro Rosso, das sich immer mehr vom Hauptrennstall abnabelt. Das neue Chassis wurde erstmals vollständig in Faenza gefertigt und vermochte in den Tests zu überzeugen. Teamchef Franz Tost wollte das nicht überbewerten. "Langfristig setzen sich die großen Teams durch, weil sie mehr Geld, mehr Leute und besser Infrastruktur haben, um ihre Autos weiterzuentwickeln", meinte der Tiroler. Und Red Bull - soviel steht fest - zählt mittlerweile zu den großen Teams.

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