Vier Teams zählen zu den Favoriten

Die Karten auf den Tisch - Showdown in Bahrain

Die Spekulationen haben am Wochenende ein Ende. Testzeiten, Spritmengen, Favoritenrollen - am Samstag und Sonntag werden in Bahrain erstmals die Karten auf den Tisch gelegt. Die Formel-1-WM verspricht eine der spannendsten in den vergangenen Jahren zu werden. Dafür garantiert neben dem Sensations-Comebacks von Rekordweltmeister Michael Schumacher ein hochklassiges Fahrerfeld wie lange nicht.

Der Auftakt auf der Wüsteninsel könnte ein richtungsweisender sein. Vier Teams erheben Anspruch darauf, in dieser Saison um die WM zu fahren. Wer in Bahrain hinterherfährt, dürfte seine Erwartungen zurückschrauben müssen. Als Topfavorit geht Ferrari in die Saison. "Es ist ein wichtiges Rennen, aber es ist nur der Anfang. Wir wollen Weltmeister werden, dafür muss man zehn Monate gut sein", erinnerte Neuzugang Fernando Alonso am Donnerstag.

Der Kurs in Sakhir ist im Vergleich zum Vorjahr verlängert worden, weist acht neue, zum Teil sehr langsame Kurven auf. War im Winter noch hauptsächlich im milden europäischen Klima (Spanien) getestet worden, so warten nun knapp 32 Grad auf Mensch und Maschine. Dehydration sei laut Fahrern kein Problem, eher schon der Sand, der aus der umgebenden Wüste auf die moderne Strecke geweht werden kann. Die Autos verlieren dadurch sehr viel an Grip.

Dazu kommt das veränderte Fahrverhalten durch größere Spritmengen. Das Tankverbot während der Rennen ist neben der Punktevergabe (25 für den Sieger) die signifikanteste Änderung im Reglement. Autos, die im Qualifying schnell sind, müssen daher nicht notwendigerweise auch im Rennen schnell sein und umgekehrt. "Die wahre Stärke der einzelnen Teams wird man ohnehin erst nach ein paar Rennen bewerten können", meinte Ex-Weltmeister Niki Lauda.

Schumacher, der seinen ersten Grand Prix seit 2006 bestreitet, müsse allein schon wegen seiner Routine und fahrerischen Extraklasse auf der Rechnung behalten werden. Die Topfavoriten sind aber andere - neben Alonso und Lewis Hamilton auch Sebastian Vettel. Der Deutsche soll in die Fußstapfen seines großen Landsmannes Schumacher treten, gegen den er erstmals in der Königsklasse antritt.

Vettel offenbarte zwar Respekt für den Rekordchampion, auf der Strecke soll er aber ein Gegner sein wie jeder andere. "Ich werde sicher nicht rechts ranfahren und ihn vorbeilassen", kündigte Vettel seinem Kindheitsidol einen Kampf an. "Zuerst muss man einmal abwarten, wie konkurrenzfähig sein Auto ist." Ferrari, Red Bull und McLaren hatten bei den Tests zuletzt in Barcelona schneller ausgesehen als das neue Mercedes-Werksteam.

Bei Red Bull sind die Ansprüche aufgrund der mit sechs Siegen und WM-Platz zwei so erfolgreichen Vorsaison deutlich gestiegen. Druck kommt nicht nur aus der Konzernzentrale in Österreich, sondern für Vettel auch von der deutschen Öffentlichkeit. "Mittlerweile verstehe ich aber, mit diesen Erwartungen umzugehen", erklärte der 22-Jährige. "Die höchsten Erwartungen habe ich sowieso an mich selbst - ich will Weltmeister werden und Rennen gewinnen."

Wichtige Aufschlüsse erwarten sich die Rennställe in den Freien Trainings am Freitag, am Samstag wird es dann erstmals ernst. Das Qualifying wurde aufgrund des auf 24 Piloten angewachsenen Feldes angepasst, pro Phase scheiden je sieben aus. Die neuen Teams Lotus, Virgin und Hispania haben noch deutlichen Rückstand, dürften pro Runde mehr als drei Sekunden verlieren. Dafür könnte BMW-Nachfolger Sauber überraschen. "Einiges ist neu, die Vorfreude ist sehr groß", versicherte Vettel. Bei allen Beteiligten.

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