F1: Spielberg-Doppel wird zu TV-Spektakel

ORF-Planungen & Interview mit Marko

F1: Spielberg-Doppel wird zu TV-Spektakel

Der ORF rüstet sich für den F1-Auftakt und damit für das größte Geister-Spektakel aller Zeiten.

Keine Fans, keine Zaungäste - sogar die sonst knallvollen Campingplätze werden leer sein. Weil die Veranstalter nicht das kleinste Risiko einer Covid-19-Infektion eingehen wollen, lassen sie auch das Red-Bull-Ring-Umfeld leer räumen. Dafür wird ein Mega-Security-Aufgebot sorgen.
 

Regisseur Kögler: "Es wird eine geile Show im TV"

Trotzdem verspricht ORF-Regisseur Michael Kögler "eine geile Show im TV". Der ORF rechnet mit Rekord-Einschaltquoten. Da die offiziellen TV-Bilder von der mit der F1-Organisation betrauten FOM kommen, ist bei Kögler und seinem Team Improvisieren angesagt. Der ORF geht mit seinem Ü-Wagen hinter der Schönberg-Geraden in Stellung. Im Enzingerhof wird ein Studio eingerichtet. Dort werden ORF-Kommentator Ernst Hausleitner und Experte Alexander Wurz hinterm Mikrofon sitzen - mit Fernblick auf die Strecke.
 
Wie ÖSTERREICH berichtete, wird ein ORF-Reporter mit Kameramann im Fahrerlager unterwegs sein - beide müssen sich wie Piloten und alle Crew-Mitarbeiter Corona-Tests unterziehen. Dabei ist es noch nicht einmal sicher, ob sie Interviews mit Lewis Hamilton & Co. einholen dürfen.
 
"Damit wird man sich voll auf das konzentrieren, auf was es ankommt", sagt Red-Bull-Berater Helmut Marko: "Auf das Geschehen auf der Strecke." Und das wird nach der langen Corona-Pause spannend genug. Im Fokus steht ein Mega-Dreikampf: Lewis Hamilton jagt WM-Titel Nummer 7 und damit den Schumacher-Rekord, die Youngsters Verstappen (Red Bull) und Leclerc (Ferrari) wollen den Traum des Mercedes-Stars platzen lassen.
 

F1-Kalender

GP von Österreich in Spielberg So.5. Juli // So., 12. Juli 
GP von Ungarn in Budapest So., 19. Juli 
GP von Großbritannien in Silverstone So., 2. August // 70-Jahre-Jubiläums-GP in Silverstone So., 9. August 
GP von Spanien in Barcelona So., 16. August 
GP von Belgien in Spa So., 30. August 
GP von Italien in Monza So., 6. September
 
© Getty
 

Red-Bull-Motorsportchef Marko im ÖSTERREICH-Interview:

Mit seinen teils gewagten Ideen wurde Marko teilweise belächelt und, wie er sagt, "manchmal sogar beschimpft". Die Idee, beim Auftakt im Juli doch Fans zuzulassen, kam nicht überall gut an. Ebenso wenig der Vorschlag, die Red-Bull-Piloten in einem "Corona-Camp" zu immunisieren. Zuletzt ließ Marko auch prüfen, ob es möglich wäre, den zweiten GP in Spielberg (GP der Steiermark am 12. Juli) gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. Dafür gab's aus Sicherheitsgründen eine Absage. Unterm Strich bleibt das Auftakt-Doppel als Weltpremiere - ein Sieg von Marko und seinem Team.
 
ÖSTERREICH: Herr Marko, im Gegensatz zu vielen Experten waren Sie immer davon überzeugt, den Spielberg-Termin halten zu können. Jetzt werden es sogar zwei Rennen. Was sagen Sie Ihren Kritikern?
 
HELMUT MARKO: Dass man hartnäckig genug dranbleiben muss und immer abtesten, was möglich ist. Man muss sich was trauen, wobei uns die Bundesregierung sehr geholfen hat. Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir die Ersten sind. Mit dem, was wir ausgearbeitet haben, können die anderen Rennen nachziehen.
 
ÖSTERREICH: Wie man bei Tests am Dienstag und Mittwoch von Ricciardo und Ocon sah, ist der Red-Bull-Ring bereit für den Auftakt. Brachten diese Tests auch Erkenntnisse für Sie?
 
MARKO: Renault musste zwar mit zwei Jahre alten Chassis fahren, drinnen waren aber die neuen Motoren. Und da hat mich die Haltbarkeit beeindruckt. Ich frag mich halt, ob es gscheit ist, den Red-Bull-Ring an Renault zu vermieten. Wir dürfen den aktuellen Red Bull am 25. Juli in Silverstone für maximal 100 Kilometer testen.
 
ÖSTERREICH: Für Aufregung sorgte zuletzt ein Instagram-Post, in dem sich Lewis Hamilton beklagt, dass Sie seinen Kampf für Gleichberechtigung der Schwarzen nicht respektieren.
 
MARKO: Lewis ist da Fake News aufgesessen. Ich hab keinen Fahrer namentlich genannt. Alles, was ich gesagt hab, ist, dass es vielleicht ein Vorteil ist, dass sich Verstappen auf die Formel 1 konzentriert.
 
Knut Okresek

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