Berger:

Formel 1

Berger: "Komme wieder zurück"

Gerhard Berger sorgte mit seinem Ausstieg bei Toro Rosso für einen Paukenschlag. Er hat aber mit der F1 noch nicht abgeschlossen.

ÖSTERREICH: Herr Berger, bleiben Sie der Formel 1 erhalten?
Gerhard Berger: Ja, ich werde wieder zurückkommen Ich habe noch immer Riesenspaß dabei.

ÖSTERREICH: Gibt es schon ein konkretes Angebot?
Berger: Es liegt immer etwas auf dem Schreibtisch. Aber ich bin nicht unter Zugzwang.

ÖSTERREICH: Wann haben Sie den Entschluss, zu verkaufen, gefasst?
Berger: Das waren viele Diskussionen über die letzten Wochen und Monate, in die Didi Mateschitz eingebunden war. Irgendwann musste ich dann die vielen Plus und Minus abwiegen und eine Entscheidung treffen, das war eben jetzt. Ich sah keine Chance mehr auf Erfolg.

ÖSTERREICH: Sogar Niki Lauda war überrascht – weil er meinte, Sie hätten einen super Job bei Toro Rosso gemacht und mit harter Arbeit viel aufgebaut. Könnten Sie sich in Zukunft eine Mitarbeit bei Red Bull Racing vorstellen?
Berger: Das ist momentan kein Thema. Ich bin froh, dass ich mit dem, was ich mit Sebastian Vettel weitergebracht habe, etwas an Red Bull zurückgeben konnte. Toro Rosso hat schließlich sehr viel von der Red-Bull-Infrastruktur profitiert.

ÖSTERREICH: Vettel galt als Ihr Ziehsohn. Werden Sie ihn weiter unterstützen?
Berger: Im Moment ist das nicht vorgesehen. Aber meine Telefonnummer hat er ja, und er kann mich jederzeit anrufen.

ÖSTERREICH: Haben Sie auch überlegt, alleine das Team zu führen?
Berger: Natürlich habe ich mir auch diesbezüglich Gedanken gemacht, ich hätte Toro Rosso gerne alleine weitergeführt. Aber das wäre unter diesen Rahmenbedingungen finanziell nicht machbar gewesen.

ÖSTERREICH: Und mit einem neuen Partner?
Berger: Ich habe verschiedene Konstellationen überlegt. Aber durch die Finanzkrise ist die Situation nicht leicht.

ÖSTERREICH: Ist Ihnen nach den sensationellen Erfolgen der Verkauf nicht sehr schwer gefallen?
Berger: Auf alle Fälle. Das ganze Team stand mir sehr nahe. Der Sieg von Vettel und seine Pole-Position waren Sternstunden. Wer hätte gedacht, dass Toro Rosso als WM-Sechster vor Williams und Red Bull das beste Privatteam hat?

ÖSTERREICH: Lassen Sie uns noch kurz über das Geld reden: Im ORF haben Sie 100 Millionen Euro erwähnt ...
Berger: Ich habe gesagt, über Frauen und über Geld rede ich nicht gern. Aber 100 Millionen Euro entspricht in etwa einem Jahres-Budget.

ÖSTERREICH: Wie viel haben Sie durch den Verkauf verdient?
Berger: Ich gehe jetzt einmal gut essen.

ÖSTERREICH: Und wie ist jetzt Ihr Verhältnis zu Red-Bull-Boss Mateschitz?
Berger: Sehr gut, weil wir das ganze optimal für beide Seiten gelöst haben. Wir werden Freunde bleiben und Partner im Logistik-Unternehmen. Aber das Thema Formel 1 ist abgeschlossen.

Interview: Knut Okresek/ÖSTERREICH

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