Formel 1: Ferrari-Streit eskaliert

Streithähne im Fokus

Formel 1: Ferrari-Streit eskaliert

Schon im Suzuka-Qualifying muss Sebastian Vettel liefern. Neunmal stand der 21-jährige Team-Rivale Charles Leclerc zuletzt vor ihm in der Startaufstellung. Das nagt am Selbstwertgefühl des viermaligen Weltmeisters. Zwei Wochen nach dem Theater von Sotschi (Vettel weigerte sich, für Leclerc Platz zu machen, ehe er ausschied) warten alle gespannt auf die nächste Runde im Ferrari-Konflikt.

Mercedes kann beide WM-Titel fixieren

Mercedes kann's recht sein. Wie ÖSTERREICH berichtete, kann das Team von Toto Wolff schon am Wochenende in Suzuka bereits beide Titel fixieren. Wenn WM-Leader Lewis Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas nur 14 Punkte mehr holen als Ferrari, ist ihnen der Team-Titel nicht mehr zu nehmen. Und wenn Leclerc nicht mindestens 4 Punkte auf Hamilton auf holt, kann der Titelverteidiger theoretisch nur mehr von Bottas eingeholt werden.

Eine machbare Aufgabe für das Silberpfeil-Duo, das im Gegensatz zu den Ferrari-Streithähnen perfekt harmoniert. Wolff wird das Geschehen vom Mercedes-Kommandostand aus verfolgen. Aus eigener Erfahrung (Hamilton vs. Rosberg 2016) weiß er, wie es seinem Ferrari-Kollegen Mattia Binotto geht: "Es ist schwer, zwei Fahrer zu managen, die unbedingt gewinnen wollen." Wolff kann die rote Rivalität nur recht sein: "Schließlich nehmen sich die Ferrari-Leute gegenseitig Punkte weg."

Punkte, die die WM vorzeitig für Mercedes entscheiden werden -und für Hamilton. Bei 73 Punkten Vorsprung auf Bottas bzw. 107 auf Leclerc kann der Brite den Champagner für Titel Nr. 6 einkühlen.

Marko: »Bei Ferrari kracht's bald wieder«

Interview: »Mr. Red Bull« über Ferrari-Dilemma und den WM-Plan für 2020

ÖSTERREICH: Herr Marko, nach den Leclerc-Siegen in Spa und Monza haben Sie Vettel als einer der wenigen noch nicht abgeschrieben. Singapur gab Ihnen dann recht

Helmut Marko: Da ist alles für Ferrari und für Vettel gelaufen, Sebastian sensationell gefahren. Er hat seine Chance gerochen und sie genutzt. Das zeigt, dass er doch ein Champion ist. Umso unglaublicher ist für mich, dass es Ferrari mit dem schnellen Auto in Sotschi nicht geschafft hat, das Rennen zu gewinnen.

ÖSTERREICH: Red Bull kann's recht sein, so bleibt ihr im Rennen um den Vizeweltmeister-Titel

Marko: Stimmt schon. Aber die haben so einen Vorsprung, dass es schwer wird für uns. Wir haben noch nicht aufgegeben.

ÖSTERREICH: Wie sehen Sie die Rivalität Vettel gegen Leclerc?

Marko: Da ist ein Junger, der sehr schnell ist und sich vom Anspruch her nicht einfügt und dem Routinier Stoff gibt. Noch gehen die beiden höflich miteinander um, aber das wird noch hochkochen, da wird es wieder krachen. Vor allem nächstes Jahr, wenn die beiden einen neuerlichen Anlauf auf die WM nehmen werden. Und dann wollen wir auch dabei sein und Verstappen zum jüngsten Weltmeister machen.

ÖSTERREICH: Stehen Sie noch zu Ihrer Prognose mit den fünf Saisonsiegen für Red Bull? Kann sich das bei erst zwei Siegen ausgehen?

Marko: Leicht wird's nicht, aber es ist noch möglich. Suzuka ist der Heim-GP von Honda (seit heuer Motor-Lieferant für Red Bull, Anm. d. Red.). Außerdem kriegen wir hier neues Benzin, das sollte uns PS-mäßig einen Schritt nach vorne bringen. Danach sollte uns auch Mexiko liegen. Danach gibt's noch 3 Chancen (okk)

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