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Ungarn-GP

Hamilton holt Sieg & baut WM-Führung aus

Lewis Hamilton hat eine Woche nach seinem Sieg in Deutschland auch den Grand Prix von Ungarn gewonnen. Der Mercedes-Weltmeister siegte am Sonntag auf dem Hungaroring vor den beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen und baute vor der Sommerpause seinen Vorsprung auf Vettel von 17 auf 24 Punkte aus. Für den Briten war es der 67. GP-Sieg und im 12. Saisonrennen 2018 der 5. Erfolg.

Was bei Mercedes als Schadensbegrenzung betrachtet worden war, brachte am Ende eine unerwartet eine Pole und einen Start-Ziel-Sieg für Hamilton. "Wir nehmen diesen Sieg als Bonus. Das war ja nicht wirklich unsere Strecke", bejubelte Hamilton ein wegen der Hitze anstrengendes Rennen. Räikkönen etwa musste in der ungarischen Tiefebene sogar ohne Flüssigkeit auskommen, weil man bei Ferrari vergessen hatte, seine Trinkflasche anzuschließen.

Radikalmanöver

Nur ein Mercedes-Doppelsieg ging sich wie zuletzt in Hockenheim nicht aus, obwohl der von Platz vier gestartete Vettel trotz mutiger Reifentaktik nach einem verpatzten Boxenstopp keine Siegchance hatte. Mit einem Radikalmanöver gelang dem Deutschen aber wenigstens Platz zwei und die maximale Schadensbegrenzung. Valtteri Bottas blockte zwar bis kurz vor Schluss beide Ferraris ab, dann rammte sich Vettel aber am Finnen vorbei, räumte dabei den Frontflügel dessen Mercedes ab und nahm auch noch Räikkönen mit aufs Podest.

Mit seinen 55 Runden alten Reifen musste Pechvogel Bottas am Ende auch noch Daniel Ricciardo passieren lassen. Zwar wehrte sich der Finne auch hier heftig und kollidierte breitseits mit dem nur von Platz 12 aus gestarteten Red Bull des Australiers, gab den vierten Platz dann aber auf Teamanweisung zurück. Während Max Verstappen nach nur fünf Runden mit einem defekten RB14 ausschied und erneuten Team-Ärger über den Renault-Antrieb auslöste, wurde Ricciardo zum Mann des Rennens gewählt.

Chaotischer Start

"Der Start war chaotisch und frustrierend", erzählte Ricciardo, der anfangs bis auf Platz 16 zurückgefallen war. "Aber das Auto war fantastisch und am Ende hat es Riesenspaß gemacht." Zum Crash mit Bottas meinte er: "Ich habe gesehen, dass er leicht zu überholen ist und bin aber trotzdem extra weit hinaus gefahren. Er hat mich trotzdem getroffen." Wegen der Rückgabe des Ranges sei es aber okay, dies als "Rennunfall" einzustufen.

Bis auf die dramatische Schlussphase verlief das letzte Rennen vor der Sommerpause bis zum Rennen in vier Wochen in Spa (26. August) relativ ereignislos. Hamilton und Bottas kamen aus der Pole perfekt weg und machten sich breit. Bei Ferrari ließ der besser gestartete Räikkönen seinen als Einziger der Top vier auf dem härteren und etwas langsameren Reifen gestarteten Teamkollegen Vettel rasch wieder vorbei.

Grobe Fehler

Bei Ferrari passierten am Ende einer schwierigen Woche mit dem Tod von Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne die gröbsten Fehler an der Box. Räikkönen musste neben seinem Trinkflaschen-Malheur sogar zweimal an die Box. Als Hamilton seinen Reifenwechsel absolvierte, ging Vettel in Führung und versuchte aus dem Boxenstopp-Fenster zu kommen. Der Deutsche wurde aber sowohl vom Verkehr als dann beim eigenen Reifenwechsel auch von einem Schlagschrauber-Problem gebremst, das ihn mehrere Sekunden kostete und erst hinter Bottas wieder auf die Strecke brachte.

Das war dann auch die Entscheidung. Während Hamilton vorne ungefährdet war und am Ende 17 Sekunden Vorsprung hatte, musste Vettel warten, bis die Reifen von Bottas den Geist aufgaben. Selbst da benötigte der Deutsche ein Brechstangen-Manöver, um am kämpferischen Finnen vorbei zu kommen.

Selbstkritik

"Wir waren schnell, aber nicht in der Position, um das auszunützen", gab es von Hamiltons WM-Verfolger Selbstkritik. "Es war blöd, dass ich rein musste und erst hinter Valtteri wieder rausgekommen bin. Ich konnt ihn nicht attackieren, weil er frischere Reifen hatte und habe dann alles auf die letzten zehn Runden gesetzt." An der Kollision sah sich Vettel schuldlos. "Ich war vorne, habe die Innenseite abgedeckt und dann einen Schlag von hinten bekommen. Es war Glück, dass beim Auto nichts passiert ist."

Gejubelt wurde vor allem bei Mercedes, obwohl seit 2004 (Michael Schumacher) kein Ungarn-Sieger mehr Weltmeister geworden ist. "Die Pole und der Superstart von Lewis war die halbe Miete", sagte Teamchef Toto Wolff. Für Bottas gab es Riesenlob. "Valtteri war ein sensationeller Wingman und hat die beiden Ferraris 20 Runden hinter sich gehalten. Am Schluss ist ihm halt der Reifen ausgegangen."

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