Lotus fiebert

Malaysia

Lotus fiebert "Heim-GP" entgegen

Zum Glanz früherer Tage fehlt noch viel, malaysische Millionen helfen.

Sechsmal Fahrerweltmeister, unter anderem 1970 mit der österreichischen Legende Jochen Rindt. Von Ruhm und Glanz vergangener Tage ist Lotus bei seiner Rückkehr in die Formel 1 aber noch weit entfernt. Mit dem britischen Traditionsrennstall hat das neue Team zudem nur wenig gemein - außer den großen Namen. Finanziert wird Lotus Racing von einem malaysischen Konsortium, am Wochenende wartet in Sepang also ein Heim-Grand-Prix.

Erinnerungen an bessere Zeiten
Lotus war als letztem der drei neuen Teams im September ein Startplatz in der Königsklasse gewährt worden. Schon schwelgten Motorsport-Enthusiasten in Erinnerungen - Jim Clark und Graham Hill, auch sie waren in den 60er Jahren auf Lotus Weltmeister. In den 70ern folgten Emerson Fittipaldi und Mario Andretti. Die Gegenwart heißt Heikki Kovalainen und Jarno Trulli - die mit Abstand beste Fahrerpaarung unter den neuen Rennställen.

Qualität wurde eingekauft
Während andere Teams ihre Cockpits verkaufen müssen, setzt Lotus auf Qualität. Mit Mike Gascoigne wurde ein erfahrener Technischer Direktor eingekauft - malaysisches Geld macht es möglich. Neben dem Automobilhersteller Proton, Mutter der Lotus-Straßenwagenabteilung, war auch die Regierung des südostasiatischen Landes beteiligt. Teamchef ist der Malaysier Tony Fernandes, Gründer der ersten asiatischen Billigfluglinie AirAsia.

Wette mit Virgin Racing
Mit Virgin-Eigner Richard Branson hat Fernandes eine interessante Wette laufen: Der Eigentümer des schlechteren Teams muss nach Saisonende einen Tag als Steward für die Fluglinie des Konkurrenten arbeiten. Derzeit scheint Fernandes gute Karten zu haben, machte Lotus doch zuletzt den deutlich stabileren Eindruck. Trulli blieb in Australien zwar mit Hydraulikproblemen stehen, Kovalainens 13. Platz wurde aber beinahe gefeiert wie ein Sieg.

Erste, kleine Erfolge
"Er hat uns stolz gemacht - mit einem Teil der anderen Autos mitzuhalten, war ein Riesenerfolg", betonte Fernandes. Nur drei Positionen fehlten auf einen WM-Punkt. Dieser scheint bei rund fünf Sekunden Rückstand im Qualifying aber auch zu Hause Utopie. "Man muss den neuen Teams Zeit geben", meinte Experte Alexander Wurz. "Carl Lewis hat, als er auf die Welt gekommen ist, auch nicht einmal gehen können - dann wurde er neunmal Olympiasieger."

Übersiedelung nach Sepang
Lotus ist als Formel-1-Team de facto auch gerade erst auf die Welt gekommen. Der Vorgänger aus England war 1994 in Konkurs geschlittert, hat außer dem Namen nichts hinterlassen. Zufällig befindet sich zwar auch die vorübergehende Fabrik des neuen Rennstalls in der Nähe von Norwich, wo einst schon unter Aufsicht von Lotus-Gründer Colin Chapman geschraubt worden war. Langfristig soll Lotus Racing aber nach Malaysia übersiedeln und seine Infrastruktur rund um die Strecke in Sepang aufbauen - ein ehrgeiziges Projekt.

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