Der Deutsche bäckt vorerst kleinere Semmeln

Unspektakuläres Schumacher-Comeback

Nahbar wie selten war er in den vergangenen Tagen im Fahrerlager gewesen - wohlwissend, dass die Siegesserien der Vergangenheit auch ebendieser angehören. Rekordweltmeister Michael Schumacher fuhr am Sonntag bei seinem Comeback in der Formel 1 in Bahrain auf Platz sechs, und war damit nicht einmal unzufrieden. Mehr als drei Jahre hatte der Deutsche zuvor kein Rennen bestritten.

Schumacher war wie in seinem allerersten Grand Prix 1991 als Siebenter ins Rennen gegangen, drehte dann unspektakulär hinter seinem fünftplatzierten Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg seine Runden. Mehr war für die Silberpfeile nicht drin, der Rückstand auf Ferrari und Red Bull vermochte den 91-fachen Grand-Prix-Sieger aber nicht zu entmutigen. "Ich weiß, wie schnell sich das Blatt wenden kann", versicherte der 41-Jährige.

Die Weiterentwicklung im Saisonverlauf werde entscheidend sein, er selbst müsse erst seinen Speed auf einer schnellen Runde finden. Dafür bedarf es einiger Rennen. "Grundsätzlich habe ich mich aber sehr wohl gefühlt", sagte Schumacher. Lediglich seinen Fahrstil müsse er noch an die neuen Gegebenheiten - etwa die deutlich schmäleren Vorderreifen - anpassen. "Ich muss das Auto noch so um die Ecke kriegen, wie ich mir das vorstelle."

Das neue Reglement verlange es zudem, sehr reifenschonend zu fahren. Daher war auch das Rennen eher eine Prozession denn ein Kampf auf Biegen und Brechen. Selbst beim Rückkehrer war schnell Routine eingekehrt. "Der Anfang war der interessanteste Part. Dann hieß es eigentlich nur, keine Fehler zu machen, das Auto nach Hause zu bringen und nicht zu dicht auf den Vordermann aufzufahren", erklärte Schumacher die konservative Strategie.

Nicht einmal die 35 Grad im Schatten setzten dem Rekordchampion zu. Dabei hatte er vor Rennbeginn mit seinen Fahrerkollegen in der prallen Sonne für Gruppenbilder posieren müssen. "Es war nicht besonders anstrengend. Das liegt auch daran, dass die Reifen es nicht zulassen, schnell zu fahren", versicherte Schumacher, dessen Comeback im Ferrari im Vorjahr noch Nackenproblemen verhindert hatten. "Es geht mir gut, das ist überhaupt kein Problem."

Schlanker denn je hatte sich Schumacher in der Wüste von Sakhir der Öffentlichkeit präsentiert - an seiner Seite seine Frau Corinna, um ihre Unterstützung zu demonstrieren. Die Flinte will der Altmeister auch nach Platz sechs zum Auftakt noch lange nicht ins Korn werfen. "Ich habe schon große Abstände am Beginn einer Saison gehabt und trotzdem am Ende um die WM gekämpft. Es geht immer", betonte Schumacher kämpferisch.

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