Wurz: 'Würde mein Geld auf Hamilton setzen'

Ex-Pilot und ORF-Experte

Wurz: 'Würde mein Geld auf Hamilton setzen'

Das Warten auf die Formel-1 hat bald ein Ende. Kurz vor dem Start am 5. Juli in Spielberg steht ORF-Experte Alexander Wurz Rede und Antwort im großen ÖSTERREICH Interview.

ÖSTERREICH: Was dürfen sich die ORF-Fans in Spielberg vom Duo Wurz/Hausleitner erwarten?

Alexander Wurz: Es wird auch für uns spannend. Wir werden diesmal nicht aus der üblichen Kommentatoren-Box, sondern aus einer Spezialzone berichten. Aber ich verspreche euch, wir werden wie immer eine tolle Show bieten. Da keine Zuschauer vor Ort sein werden, haben wir hoffentlich noch mehr vorm Fernseher.

ÖSTERREICH: Haben Sie spezielle Highlights geplant?

Wurz: Mein Chef Ernst Hausleitner hat sich was einfallen lassen. Was, darf ich noch nicht verraten.

ÖSTERREICH: Heuer sollen die Übertragungen mit neuen Echtzeit-Grafiken noch attraktiver gemacht werden…

Wurz: In Österreich liegt die Latte besonders hoch. Wir sind ja Quoten-Weltmeister (die meisten Zuseher im Verhältnis zur Bevölkerung, d. Red.) und wollen natürlich, dass die Leute dran bleiben. Die neuen Grafiken unterstützen mich bei meiner Analyse, wobei ich als ehemaliger Rennfahrer auch so sehe, wenn ein Auto untersteuert usw.

ÖSTERREICH: Inwiefern haben Sie als Vorsitzender der Fahrer-Gewerkschaft GPDA beim Spielberg-Sicherheitskonzept mitgeredet?

Wurz: Da haben sich alle Beteiligten extrem den Kopf zerbrochen und eine super Lösung gefunden. Typisch Formel 1, da sind seit 50 Jahren alle auf Sicherheit getrimmt. Durch Corona ist halt ein neuer Faktor dazu gekommen. Mit der App, die alle im Fahrerlager verwenden müssen, haben wir zum Beispiel einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor geschaffen.

ÖSTERREICH: Können Sie bei den Corona-Beschränkungen überhaupt Ihre GPDA-Rolle wahrnehmen?

Wurz: In der Formel 1 kommunizieren wir ja ohnehin sehr viel über WhatsApp-Gruppen usw. Wir treffen die Entscheidungen sehr schnell und unkompliziert. Und das oft ohne, dass es die Öffentlichkeit mitbekommt.

ÖSTERREICH: Zum Sportlichen: Wird Lewis Hamilton heuer wieder allen um die Ohren fahren?

Wurz: Ich würd mein Geld wieder auf Hamilton setzen, wobei das sicher keine "gmahte Wiesn" ist. Es wird sicher enger als im letzten Jahr. Verstappen wird dem Lewis schon zusetzen, aber ob’s zur WM reicht, wage ich zu bezweifeln.

ÖSTERREICH: Und was trauen Sie Leclerc zu?

Wurz: Der hat mit dem Rückschritt von Ferrari, wo man sich Mitte letzter Saison dem Reglement anpassen musste, zu kämpfen. Genauso wie Vettel. Heißt: Ferrari muss uns erst einmal zeigen, dass sie Vettel und Lecerc ein Auto bieten können, mit dem sie mit Mercedes und Red Bull mithalten können. Ich glaub, die werden kämpfen, um nicht hinter Red Bull zurück zu fallen. Mein Bauchgefühl sagt mir: Sie werden’s schwer haben.

ÖSTERREICH: Was heißt das für Vettel?

Wurz: Der braucht ein Auto, in dem er sich wohl fühlt, in dem er angreifen kann. Abschreiben darf man den Sebastian aber nicht. Er hat letztes Jahr zu Saisonende gezeigt, dass er nicht zufällig viermal Weltmeister war.

ÖSTERREICH: Und wie wird es nach dem Aus bei Ferrari mit Saisonende für Vettel weitergehen?

Wurz: Er muss sich die Grundsatzfrage stellen: Will ich ins Privatleben gehen oder im Rennsport bleiben? In meiner GPDA-Rolle bin ich fast jeden zweiten Tag in Kontakt mit ihm. Ich hab die allerhöchste Achtung vor ihm – als Mensch und als Fahrer. Ich bin gespannt, wie er sich entscheidet.

Interview: Knut Okresek

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