Das sind Marcels Erben

Riesige Fußstapfen

Das sind Marcels Erben

Vor diesem Tag hat der heimische Skiverband gezittert! Den Gedanken an ein nahendes Karriereende Hirschers hat man beim ÖSV in den letzten Jahren, als der 30-jährige Annaberger schon das eine oder andere Mal um seine Zukunft gepokert hat, immer ganz weit vor sich hergeschoben. "Wenn wir so einen starken Athleten verlieren würden, wäre das schade", sagte etwa Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher. Er weiß: "Marcel bringt die meisten Siege und meisten Punkte für den Gesamtweltcup ein." Nun scheint es aber Gewissheit zu sein: Mit Hirscher hört das große Flaggschiff seiner Mannschaft auf.

"The show must go on" (die Show muss weitergehen) sang schon einst Freddie Mercury. Das gilt auch für den Skiweltcup, der in rund sieben Wochen seinen Saisonstartschuss erlebt - auch ohne den einzigen Ski-Megastar der Gegenwart. Rot-weiß-rote Fans müssen sich wohl auf einen Winter ohne Gesamtweltcupsieg eines ihrer Helden einstellen. Ist das riesige Loch, das Marcel hinterlassen wird, überhaupt zu füllen? Puelacher gibt sich kämpferisch, glaubt fest an sein derzeitiges Team.

Dieses muss aus der Not zwangsweise eine Tugend machen. Die Erfolge Hirschers werden keine Bilanz mehr schönen können. Der Druck wächst unweigerlich. Doch die letzten Saisonen machen auch Mut.

Marco Schwarz ist der designierte Nachfolger

Matthias Mayer (29) mit seinen zwei Olympia-Goldmedaillen und der technisch brillante und immer konstanter werdende Vincent Kriechmayr (27) sorgten in den Speed-Disziplinen für Furore. Heißester Kandidat auf den Teamleader-Posten ist aber Marco Schwarz (24). Ein echter Allrounder, der mit seinen ersten beiden Weltcupsiegen im Jänner und drei WM-Medaillen im Februar eine eindrucksvolle Visitenkarte abgegeben hat. Einziges Fragezeichen: Wie kann er seinen Kreuzbandriss wegstecken?

Dieses Trio macht uns Hoffnung: Neben dem Speed bringen Kriechmayr, Schwarz und Mayer auch die nötige Konstanz mit.

Vincent Kriechmayr

Unser Speed-Ass bläst in Super-G und Abfahrt zum Großangriff

"Vinc ist ein Siegfahrer. Das hat er schon gezeigt", hatte Marcel Hirscher seinen Teamkollegen im vergangenen November gelobt - jetzt muss der Oberösterreicher seinen Siegeswillen umso mehr zeigen. Anders als Hirscher liegt seine Stärke vor allem im Super-G. Immerhin -dort war der 27-Jährige im Weltcup mit zwei Siegen, drei zweiten und zwei dritten Plätzen schon deutlich erfolgreicher als Hirscher (1x 1., 2x 2.). In der Abfahrt stand er schon zwei Mal ganz oben auf dem Stockerl, einmal eine Stufe darunter. Zwar hat Kriechmayr bislang noch keine Kristallkugel, war jedoch schon knapp dran: In den vergangenen beiden Saisonen wurde er in der Super-G-Wertung jeweils Zweiter.

Marco Schwarz

Allrounder »Blacky« Schwarz ist der ÖSV-Hoffnungsträger

Wer wird Hirscher-Nachfolger? Auf diese Frage fällt oft der Name Marco Schwarz. Der 24-Jährige ist der neue Star im ÖSV-Team, feierte erst in der Vorsaison seinen Durchbruch. Und wie: Beim City-Event in Oslo und in der Wengen-Kombi holte der Kärntner seine ersten beiden Weltcupsiege. Spätestens mit den drei Medaillen bei der WM in Åre (Team-Silber, Bronze in Kombi und Slalom) fuhr "Blacky" endgültig ins Rampenlicht des Ski-Zirkus. Einziger Wermutstropfen: Schwarz riss sich beim Super-G in Bansko das Kreuzband und den Innenmeniskus, arbeitet an seinem Comeback. Offen ist, ob er gleich zurück in die Spur findet. Er hat vor, wieder in allen Disziplinen zu starten - und: "Der Gesamtweltcup ist weiter das große Ziel." Hirscher glaubt an ihn: "Der Bursche hat das Zeug dazu!"

Matthias Mayer

Doppel-Olympia-Sieger setzt auf Monster-Mentalität

Kandidat Nummer drei auf die Hirscher-Nachfolge: Matthias Mayer. Der 29-Jährige füllt zumindest an Goldmedaillen gemessen Marcels Fußstapfen aus. Zwei Olympia-Siege in Abfahrt und Super-G hat der Kärntner zu Buche stehen. Dazu kommen fünf Triumphe im Weltcup. Für Mayer spricht sein unbändiger Siegeswille und Erfolgshunger: Vor knapp sieben Jahren litt er an einer Arthritis, brauchte zeitweise sogar einen Rollstuhl. Ein Karriereende wollte Mayer nicht akzeptieren - und kämpfte sich zurück. So wie bei Olympia 2018: Im Kombi-Slalom stürzte er schwer, sodass ein Startverzicht im Raum stand. Mayer trotzte den Schmerzen, fuhr nur drei Tage später zu seinem Super-G-Sieg. Ähnlich wie Hermann Maier nach seinem Horror-Sturz 1998 in Nagano. Eine Mentalität, mit der Mayer nach Hirschers Abgang noch öfter aufs Stockerl rasen will!

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