Hirscher: 'War sehr nah dran, aufzuhören'

Interview

Hirscher: 'War sehr nah dran, aufzuhören'

 Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als Jungpapa, bei dem er ein Paar Kinderski überreicht bekam (Aufschrift: "Mein Vater ist schneller als deiner"), stellte Marcel Hirscher am Donnerstag klar: "Mein ganzes Leben lang war der Sport absolute Nummer eins. Ich habe ihm alles untergeordnet - auch das Privatleben. Jetzt wird sich das ändern." Den Weltcup-Auftakt in Sölden in zwei Wochen erklärte er beim Atomic-Medientermin in Altenmarkt aber zum Fixtermin. Im Gegensatz zu einigen anderen Rennen in dieser Saison. Unser siebenfacher Gesamtweltcupsieger will im Sinne seiner Familie kürzertreten. "Das könnte so aussehen, dass, wenn ich gerade woanders gebraucht werde, ich nicht zum Skirennen fahre. Weil es etwas Wichtigeres gibt."

Übersee-Reise fraglich, Absage an die Abfahrten

Konkret kann sich Marcel ein Fernbleiben von den Übersee-Rennen vorstellen. "Es kann sein, dass ich die Entscheidung treffe, dass mir zum jetzigen Zeitpunkt meiner Karriere zehn Tage Zeitaufwand samt Jetlag und Akklimatisierung nicht mehr wert ist." Definitiv fernbleiben wird Hirscher auch allen Abfahrten in diesem Winter. "Das bringt wirklich nichts. Ich bin nicht bereit, drei bis vier Jahre dafür zu investieren."

Motiviert: »Ich habe noch nicht ausgelernt« Den Killerinstinkt hat der 29-Jährige aber nicht verloren. "Natürlich will ich um WM-Titel und Kugeln mitfahren. Ich habe noch nicht ausgelernt in meinem Leben, will nicht Zweiter werden." M. Stadler

Interview: Marcel: »War sehr nah dran, aufzuhören«

ÖSTERREICH: Der Weltcup-Auftakt rückt näher und näher. Wie läuft Ihre Vorbereitung?

Marcel Hirscher: Wir haben das Maximum herausgeholt, gute Trainingstage gehabt. Die Erfahrung hilft mir inzwischen.

ÖSTERREICH: Wie sieht das Programm in den nächsten Tagen aus?

Hirscher: Ich muss warten, bis der Föhn nachlässt. Momentan ist es so warm auf den Bergen oben, dass es eigentlich ein Wahnsinn ist. Aktuell für alle Athleten schwierig, dass wir ernsthaft Rennsimulation betreiben können. Da ist schon viel Bewegungstherapie dabei.

ÖSTERREICH: Ist es für Sie als frischgebackener Papa auch angenehm, dass man in dieser Situation ohne schlechtes Gewissen kürzertreten kann?

Hirscher: Ja, ich bin deswegen nicht beleidigt. Das hält mein Stresslevel ein bisschen unten.

ÖSTERREICH: Freuen Sie sich dennoch auf die kommenden Rennen?

Hirscher: Jedes Rennen, das ich fahren kann, hat jetzt einen Mehrwert. Weil ich sehr nah dran war, aufzuhören.

ÖSTERREICH: Was hat Sie nach 2017/18 Richtung Karriereende gedrängt?

Hirscher: Es war die Summe an Nebenbelastungen rund um das, was ich eigentlich gerne machen würde. Skifahren ist der kleinste Teil meines riesigen Jobs.

ÖSTERREICH: Warum haben Sie sich gegen das Aufhören entschieden?

Hirscher: Ich habe gemerkt, der Körper ist gut, der Kopf auch. Ich habe schon Jahre gehabt, wo es im Training schwieriger war, an meine Grenzen zu gehen.

Es war schon schwieriger, an meine Grenzen zu gehen. Hirscher über seine Motivation.

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