Hirscher jagt den Herminator-Rekord

Ski-Weltcup

Hirscher jagt den Herminator-Rekord

ÖSV-Superstar zieht im Weltcup auf und davon. Die Rivalen ziehen den Hut.

Mit 231 Punkten Vorsprung auf Norwegens Kjetil Jansrud und 248 auf Alexis Pinturault aus Frankreich startet Marcel Hirscher als Gesamtweltcupführender in das Jahr 2017. Der Salzburger buchte als Kombinations-Zweiter hinter Pinturault am Donnerstag in Santa Caterina mit einem Sicherheitslauf 80 Punkte auf sein Konto, nie zuvor beendete er ein Kalenderjahr in der Leaderposition.

Und nie zuvor hatte Hirscher zum Jahreswechsel 713 Zähler auf dem Konto. Die vergangene Saison schloss er mit 1.795 Zählern ab, es war die zweitgrößte Punktezahl der Geschichte. Mehr hatte mit 2.000 nur Hermann Maier im Jahr 2000 auf dem Konto.

Beim Slalom von Zagreb am 5. Jänner und den beiden Technik-Rennen in Adelboden am 7./8. könnte Hirscher zumindest gegenüber Speed-Spezialist Jansrud den Vorsprung weiter vergrößern. Supertechniker Pinturault indes wird mächtig viel daran gelegen sein, den Rückstand zu verringern.

Konkurrent schwärmt von ÖSV-Star

"Das ist ein gutes Ende für dieses Jahr. Ich habe jetzt hoffentlich Zeit, mich zu erholen, denn der Jänner wird wieder ein schwieriger Monat", sagte Pinturault. "Marcel liegt im Gesamtweltcup weit vorne, er ist wie immer der große Favorit. Wenn die anderen einen Fortschritt verzeichnen, verbessert er sich immer noch mehr. Das ist Marcel", meinte der Franzose mit Blick auf Hirschers Super-G-Explosion.

Pinturault startete mit einem Sieg im Sölden-Riesentorlauf in den Winter und gewann auch einen in Val d'Isere, im zweiten wurde er Dritter. Mehr erwartet hatte er sich in Alta Badia, da fiel er im Riesentorlauf aus und landete im Parallelbewerb an der neunten Stelle.

Hirscher hat bei bisher elf Renneinsätzen (von 14 Bewerben) u.a. zwei Siege (Slalom Levi, Riesentorlauf Alta Badia) und sechs zweite Plätze (drei RTL, zwei Slaloms, eine Kombi) eingefahren.

Das Setup-Feintuning hat gefruchtet

Der Verbesserung im Super-G von Rang 47 im Spezialbewerb in Santa Caterina auf 2 im Kombi-Teilbewerb ebendort zwei Tage später war ganz nach dem Geschmack des 27-Jährigen. "Ich freue mich brutal, dass alles so gut funktioniert hat. Vor zwei Tagen hat nichts funktioniert, da habe ich deppert aus der Wäsche geschaut."

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Die Verbesserung war nur dank harter Arbeit möglich. "Wenn es nicht passt, fühle ich mich unwohl. Ich habe was geändert, schlussendlich war es ein Schritt nach vorne." Anerkennung bekommt er auch von Cheftrainer Andreas Puelacher. "Er hat am Set up was umgestellt, das hat gefruchtet. Wenn Marcel Probleme hat, tüftelt er so lange, er hat es wieder geschafft und die richtigen Ski und Schuh gefunden."

Jansrud errang in Santa Caterina dank des Sieges im Super-G 100 Zähler, die Abfahrt fiel dem Wind zum Opfer, in der Kombi schied er im Torlauf aus. Wie Hirscher ist auch der Norweger, der bereits in vier Saisonrennen triumphiert hat, gesundheitlich angeschlagen.

Hirscher taktierte im Kombi-Slalom

"Es geht schon, wenn ich Rennen fahren kann, passt es. Ich hatte im Super-G nicht so ein gutes Gefühl, bin nicht gut genug gefahren", meinte er nach Rang sechs im Kombi-Teilbewerb. Der Ausfall im Slalom tat "ein bissl weh", aber so solle es auch sein. Zur Situation im Gesamtweltcup meinte Jansrud: "Der Vorsprung von Marcel ist schon groß. Aber man weiß vorher nicht, wie es im März ausschaut."

Dass Hirscher im Kombi-Slalom taktierte und keinen Ausfall riskierte, bezeichnete Jansrud als "smarte Entscheidung". Geschlagen gibt er sich nicht. "Es kommen neue Chancen." Sein nächster Einsatz wird der Riesentorlauf von Adelboden sein.

Der Kalender sieht übrigens noch sechs Abfahrten, drei Super-G, vier Riesentorläufe, sieben Slaloms und eine Kombination vor. Ersatzlos gestrichen wurde die in Santa Caterina abgesagte Abfahrt. Die Trümpfe liegen also auf Seiten von Hirscher, der die sechste große Kugel in Folge jagt.

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