Striedinger rettet ÖSV-Ehre & rast aufs Podest

Hahnenkamm-Abfahrt

Striedinger rettet ÖSV-Ehre & rast aufs Podest

Gleich zum Auftakt des legendären Kitz-Wochenendes fiel heute die Entscheidung in der Königsdisziplin. Der Südtiroler Dominik Paris siegte in einer spannenden Entscheidung vor dem Schweizer Beat Feuz und ÖSV-Überraschung Otmar Striedinger. Der Kärntner nutzte mit Startnummer 27 die besser werdende Sicht aus und landete das zweite Mal im Ski-Weltcup auf dem Podest.

Paris gewann nach 2013 und 2017 zum dritten Mal die Abfahrt in Kitzbühel. Der Südtiroler setzte sich bei den 79. Hahnenkamm-Rennen in dem auf Freitag vorverlegten Klassiker auf der Streif in 1:56,82 Min. 0,20 Sek. vor Feuz durch. Striedinger (+0,37) holte als Dritter einen Podestplatz für den ÖSV, Daniel Danklmaier (+0,94) wurde Fünfter.

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"In Kitzbühel abschwingen, dann leuchtet der Dreier auf - die Freude ist natürlich riesengroß", freute sich Striedinger im ORF-Interview. 2013 war der 27-Jährige im Super-G von Beaver Creek schon einmal Zweiter gewesen. Paris durfte indes seinen insgesamt zwölften Weltcup-Sieg bejubeln. "Die Fahrt war ziemlich am Limit. Ich habe überhaupt nicht so ein gutes Gefühl gehabt. Unten ist schon ein bisserl besser gegangen", meinte der 29-Jährige, der das Rennen auf den letzten zehn Fahrsekunden für sich entschied.

Feuz trauerte dem erneut verpassten Kitz-Sieg nicht nach. Dem Wahl-Tiroler, der bereits öfter knapp dran war, gelang auf der Streif endlich eine Fahrt, bei der ihm alles aufging. "Ich kann definitiv nicht schneller fahren als heute bei den Verhältnissen. Für mich war es eine Superfahrt. Der Dominik ist einfach zwei Zehntel schneller gefahren, das muss man akzeptieren", meinte der Führende im Abfahrts-Weltcup, der nach den jüngsten fünf Rennen immer auf dem Podium stand.

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"Oti" jubelte über Platz 3

Daniel Danklmaier war als Fünfter zweitbester ÖSV-Vertreter und zeigte sich "überhappy". Großteils enttäuschend verlief der Tag hingegen für die mit großen Hoffnungen als Mitfavoriten gestarteten Österreicher: Hannes Reichelt belegte den achten Platz, Matthias Mayer den neunten. Vincent Kriechmayr vermied zweimal gerade noch einen Sturz und fiel aus. Max Franz, der diese Saison schon zwei Speedrennen gewonnen hat, schwang nach Schmerzen in der Ferse ab, er wurde anschließend im Teamquartier untersucht. Klaus Kröll und Christian Walder schieden nach teilweise vielversprechenden Zwischenzeiten aus.

ÖSV-Stars etwas hinter Erwartungen

Reichelt, der mit Startnummer 1 das Rennen eröffnet hatte, sagte: "Wenn ich jetzt so nach oben schaue, war es nicht die glücklichste Nummer. Die Fahrt selber war eigentlich gut. Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten, wo ich sage, die waren vielleicht nicht so sauber. Aber die Spur im Flachen und ins Ziel ist sicher schneller geworden", meinte der Salzburger. Mayer sprach von einer "technisch sauberen Fahrt".

Kriechmayr vermied zweimal mit beeindruckender Körperbeherrschung einen Sturz, konnte sich aber letztlich nicht mehr im Kurs halten. Schon in der Mausefalle wäre der Oberösterreicher beinahe abgeflogen, setzte seine Fahrt aber fort. Nach der Hausbergkante rette er sich neuerlich akrobatisch, statt im Sicherheitsnetz landete er aber auf zwei Beinen im Tiefschnee.

Nachher war ihm die Enttäuschung anzumerken. "Sicher bin ich froh, dass ich heil herunten bin, aber das war nicht meine Ambition", sagte der 27-Jährige. "Ich wollte das Rennen gewinnen, ich habe volles Risiko gegeben, und das hat von oben bis unten nicht funktioniert. Ich war wahrscheinlich die Spur zu viel am Limit." Im Super-G am Sonntag wollte er es besser machen.

Die beiden Norweger Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud hatten verletzungsbedingt nicht teilgenommen.

Die erwartete Wetterprognose würfelte das ursprüngliche Programm komplett durcheinander. Weil für Samstag Regen und Schneefall vorausgesagt wurden, rückte die Abfahrt für den Super-G nach vor. Die zweitschnellste Disziplin wird nun überhaupt erst am Sonntag gefahren. Am morgigen Samstag ist der Slalom eingeplant. Lange drohten heute neuerliche Verschiebungen, da die Sicht in der Früh schlecht war und es erneut zu schneien begonnen hatte.

Das sind die Streif-Rekordsieger

Die Rekordsieger der Hahnenkamm-Abfahrt auf der "Streif" in Kitzbühel (nur Weltcup/seit 1967):

5 Didier Cuche (SUI)       - 1998, 2008, 2010, 2011, 2012
4 Franz Klammer (AUT)      - 1975, 1976, 1977, 1984
3 Karl Schranz (AUT)       - 1969, 1972, 1972
    Pirmin Zurbriggen (SUI)  - 1985, 1987, 1985
    Franz Heinzer (SUI)      - 1991, 1992, 1992
    Luc Alphand (FRA)        - 1995, 1995, 1997
    Dominik Paris (ITA)      - 2013, 2017, 2019
2 Stephan Eberharter (AUT) - 2002, 2004
    Fritz Strobl (AUT)       - 1997, 2000
    Peter Wirnsberger (AUT)  - 1986, 1986
    Josef Walcher (AUT)      - 1978, 1978
    Lasse Kjus (NOR)         - 1999, 2004
    Steve Podborski (CAN)    - 1981, 1982
    Sepp Ferstl (GER)        - 1978, 1979
    Roland Collombin (SUI)   - 1973, 1974

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