13 Österreicher zählen zu den Medaillenkandidaten

19 ÖPC-Athleten gehen in Kanada auf Medaillenjagd

Die X. Winter-Paralympics werden am Freitag in Vancouver eröffnet, zwölf Tage, nachdem die XXI. Olympischen Winterspiele beendet worden waren. 19 ÖPC-Athleten gehen an den neun Tagen auf Medaillenjagd, wobei 13 auch zu den Podestanwärtern zählen. Das Erreichen der Bilanz der Turin-Paralympics ist ein Ziel - von den 14 Medaillen 2006 waren drei in Gold, vier in Silber und sieben in Bronze.

Vier Kärntner, vier Vorarlberger, eine Oberösterreicherin, ein Salzburger, eine Wienerin, ein Tiroler und ein Niederösterreicher sollten das Zeug dazu haben, von den bis 21. März dauernden Spielen mit zumindest einer Medaille die Heimfahrt anzutreten. Von den beiden nordischen Athleten zählt Michael Kurz dazu. Der 36-jährige Kärntner Langläufer hat außer in Turin 2006 auch bei den Sommerspielen in Athen 2004 als Bahn-Radfahrer Paralympics-Erfahrung gesammelt.

Eine Zukunft im heimischen Spitzen-Fußball hatte Jürgen Egle vor knapp zwei Jahrzehnten vor sich. Der heute 38-jährige Vorarlberger war Altach-Torhüter, ehe ihn ein Motorradunfall bzw. eine Querschnittslähmung in den Rollstuhl zwang. Nun geht er bei den Paralympics im Alpin-Bereich auf Gold-Jagd, nachdem er das 1998 in Nagano im Slalom schon geschafft hat. 2002 in Salt Lake City ließ Egle zwei Silber-, 2006 in Turin zwei Bronze-Medaillen folgen.

Ebenfalls eine sportliche Vergangenheit als Nichtbehinderter hat Andreas Kapfinger hinter sich. Der Tiroler zog sich 1997 als Profi-Snowboarder bei einem waghalsigen Sprung auch eine Querschnittslähmung zu. "Ich habe als Behindertensportler viel erreicht. Das würde ich gegen ein Leben ohne Rollstuhl nicht tauschen", meint der 32-jährige heute. Mit einem vierten, zwei fünften und einem sechsten Platz war er bei den vergangenen beiden Spielen schon knapp an den Medaillen.

Die vielleicht größte ÖPC-Medaillenhoffnung ist die erst 21-jährige Claudia Lösch. Die seit 1994 Querschnittgelähmte hat erst 17-jährig bei den Spielen in Turin vier Top-7-Ergebnisse erzielt, darunter Bronze in der Abfahrt. In der vergangenen Saison gewann die in Innsbruck wohnende Niederösterreicherin den Gesamt-Weltcup und beherrschte die Szene bisher auch in diesem Winter.

"Die größten Chancen auf eine Medaille habe ich sicher im Slalom, der Super-Kombination und im Riesentorlauf", erklärte die auf Gold fokussierte Lösch noch vor dem Abflug nach Kanada. "Aber meine Lieblingsdisziplin bleibt vom Feeling her die Abfahrt. Nur sind da die Kanadier und US-Amerikaner nur schwer zu biegen." Mindestens zwei Medaillen möchte die Studentin der Politikwissenschaften in den nächsten Tagen gewinnen.

Doch noch zum Antreten hat sich Robert Meusburger entschlossen, Österreichs "Behindertensportler 2009". Nach einmal Gold und dreimal Silber bei den Weltmeisterschaften 2009 wollte der Vorarlberger vor Saisonbeginn seine Karriere beenden, der 38-Jährige ist nun aber doch noch einmal dabei und hofft auf eisige Pistenverhältnisse. "Die sind mir am liebsten."

Hervorzuheben ist auch der 35-jährige Niederösterreicher Hubert Mandl, für ihn sind es seine schon sechsten Paralympics. 1998 einmal und 2002 zweimal gewann er Gold, dazu 1998 zweimal Silber. Die 53-jährige Sabine Gasteiger ist mit indes nur noch vier Prozent Sehrest erst vor fünf Jahren in den Skisport eingestiegen, hat mit ihrem Mann bzw. "Guide" Emil Gasteiger seither schon Paralympics- und WM-Gold sowie dreimal den Gesamt-Weltcup geholt. Nach den Vancouver-Spielen wird Österreichs "Behindertensportlerin 2009" ihre Karriere beenden.

Bei den Paralympics gehen 507 Athleten aus 44 Ländern an den Start, 64 Wettbewerbe stehen auf dem Programm. Neu aufgenommen wurde die Super-Kombination (Slalom und Abfahrt) im Alpin-Ski für Damen und Herren. In den paralympischen Dörfern sind rund 1.200 Sportler und Betreuer untergebracht. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) will 425 Dopingtests durchführen. In Turin 2006, wo es keinen Dopingfall gab, waren es lediglich 242.

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