Aufwind für Olympia-Bewerber Pyeongchang

Die südkoreanische Stadt Pyeongchang hat hinsichtlich der Bewerbung um die Winterspiele 2018 Aufwind bekommen. Sechs Wochen nachdem das IOC die Suspendierung des Südkoreaners Lee Kun Hee aufgehoben und den Ex-Chef von Samsung wieder als Mitglied eingesetzt hatte, wurde der verurteilte Steuersünder zum Vorstandsvorsitzenden von Samsung Electronics, dem Flaggschiff der Gruppe, bestimmt.

Unternehmenssprecher Rhee In Yong sagte am Mittwoch der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, eine Gruppe ranghoher Manager habe Lee wegen der unsicheren Lage der Weltwirtschaft zur Rückkehr ins Unternehmen aufgefordert. Damit kann Lee Pyeongchangs olympische Ambitionen aus einer prominenten Position heraus noch tatkräftiger vorantreiben.

Lee ist Strippenzieher und Stimmenfänger bei Pyeongchangs drittem Anlauf, Olympia-Gastgeber zu werden. Die erfolglosen Kandidaturen um die Spiele 2010 und 2014 wurden zu einem großen Teil von Samsung finanziert. Im August vergangenen Jahres war er von einem Gericht in Seoul zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Lee habe sich des Vertrauensbruchs schuldig gemacht, so der Richter im Sommer 2009. Der Wirtschaftsbetrüger wurde zudem zu einer Geldstrafe von 110 Milliarden Won (63 Millionen Euro) verurteilt.

Im Dezember wurde er von Südkoreas Regierung mit dem klaren Auftrag begnadigt, die Olympia-Bewerbung zu unterstützen. Präsident Lee Myong Bak sagte damals, er könne die Bitten von Sport und Wirtschaft nicht ignorieren. Nach Lees Begnadigung machte sich die IOC-Ethik-Kommission für seine vollständige Rehabilitierung stark. Die 15-köpfige Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entsprach dieser Empfehlung und nahm den 68-Jährigen wieder in den exklusiven Club auf - mit einer öffentlichen Verwarnung und der Einschränkung, fünf Jahre kein IOC-Amt übernehmen zu dürfen. Lee habe den Ruf der olympischen Bewegung beschmutzt.

   Es gebe noch nichts Offizielles, "aber so oder so wird Herr Lee Pyeongchangs Bewerbung unterstützen", sagte Park Yang-chun, Vorsitzender der internationalen Beziehungen im Nationalen Olympischen Komitee Südkoreas. Lee, seit 1996 im IOC, gilt mit einem geschätzten Vermögen von fünf Milliarden Dollar als reichster Mann Südkoreas, das zudem durch Athletenvertreter Moon Dae-sung in der Weltregierung des Sports vertreten ist. Bewerber für die Winterspiele 2018 sind neben Pyeongchang noch Annecy und München. Die IOC-Vollversammlung fällt im Juli 2011 im südafrikanischen Durban die Entscheidung über den Ausrichter.

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