Davis-Cup: Doppel bringt ÖTV in Führung

2:1 gegen Belgien

Davis-Cup: Doppel bringt ÖTV in Führung

Marach/Peya gewannen das Doppel gegen Darcis/Rochus in vier Sätzen.

 Nur noch ein Punkt aus den ausständigen zwei Einzeln am Sonntag fehlt Österreichs Davis-Cup-Team zur neuerlichen Teilnahme in der Weltgruppe im Jahr 2012. Oliver Marach und Alexander Peya haben sich am Samstag im Weltgruppen-Play-off gegen Belgien in Antwerpen auch durch ein 0:1 in Sätzen nicht aus der Bahn werfen lassen und das so wichtige Doppel gewonnen. Sie besiegten Steve Darcis/Olivier Rochus nach 2:56 Stunden mit 4:6,6:3,6:4,6:4 und stellten damit auf 2:1.

Wichtiger Punkt

"Bei 1:1 braucht man den Punkt wie einen Bissen Brot. Dementsprechend groß ist die Erleichterung, dass wir unserer Favoritenrolle gerecht geworden sind", sagte Peya. Gerade der Wiener, der heuer im Doppel mit Christopher Kas u.a. das Wimbledon-Halbfinale erreicht hat, hatte einen eher schwachen Start in das Match verzeichnet. Doch auch der zweifache Doppel-Masters-Teilnehmer Oliver Marach ist schon einmal lockerer in eine Partie gegangen. "Ich habe sehr defensiv gespielt am Anfang, da war ich auch ein bisserl nervös, weil ich schon länger kein Doppelmatch mehr gespielt habe", gestand Marach, der bei den US Open kurz vor Turnierbeginn ohne Partner dagestanden war.

"Wir haben dann etwas umgestellt im zweiten Satz, das erste Break war ein Schlüsselpunkt und dann haben wir Gas gegeben", erklärte Marach. Das ÖTV-Duo agierte in der Folge wesentlich aggressiver und hätte das Match auch etwas klarer gewinnen können. "Im Finish sind sie müder geworden und wir haben verdient gewonnen", sagte der Steirer.

Auch für Kapitän Gilbert Schaller, der seinen zehnten und letzten Davis Cup in dieser Funktion unbedingt mit einem Sieg seiner Mannschaft abschließen möchte, war frohen Mutes. "Es fällt mir schon ein kleiner Fels vom Herzen, nicht nur ein Stein. Das ist die Ausgangsposition mit der wir spekuliert haben. Wir haben sehr gute Doppelspieler, das ist auch heute wieder bewiesen worden." Schaller warnte aber vor übertriebenem Optimismus. "Es müssen noch zwei harte Matches gespielt werden und wir haben schon alles erlebt. Aber wir gehen mit einem positiveren Gefühl rein als bei 1:2."

Nach dem eher nicht so guten Auftritt von Xavier Malisse am Freitag wird freilich damit spekuliert, dass die Gastgeber am letzten Tag in der Lotto-Arena, die auch am Samstag für die Österreicher wegen geringen Publikumsinteresses fast ein Heimspiel war, Malisse nicht mehr spielen lassen. Aus dem belgischen Lager war zu erfahren, dass Malisse lieber einem anderen Spieler den Vortritt lassen würde. "Für Malisse spricht die Bilanz gegen Jürgen, gegen ihn der erste Tag und auch die letzten Matches. Er hat sich am Freitag sicher nicht mehr Selbstvertrauen geholt", bestätigte Schaller.

Melzer muss sich damit eigentlich auf zwei Gegner mental einstellen. "Klar ist das schwierig. Normal geht man am Abend davor die Taktik durch, man schaut, wie sind die letzten Partien gelaufen. Nun muss ich es gegen beide durchspielen", erklärte Melzer, der gegen Rochus weiß, was er zu tun hat. "Ihn habe ich schon öfter geschlagen, gegen Malisse ist es schwieriger. Wäre ich belgischer Kapitän, würde ich Malisse hinstellen, weil ich gegen ihn die letzten Male nicht gut ausgeschaut habe." Hinzukommt freilich, dass Malisse dafür bekannt ist, oft große Leistungsschwankungen zu zeigen.

Nach den Punkten durch Andreas Haider-Maurer und dem Duo Marach/Peya könnte Melzer am Sonntag den entscheidenden Punkt zur Weltgruppe 2012 holen - dann wäre es freilich die perfekte Mannschaftsleistung für das ÖTV-Team. "Es gibt nichts Schöneres, als einmal dazusitzen und ein Match verloren zu haben und trotzdem 2:1 vor dem Sonntag zu führen", ließ sich Melzer in die Seele blicken. "Es war in den letzten Jahren immer so, dass es mit mir gestanden und gefallen ist, jetzt haben wir es einmal andersherum. Das spricht auch für unser Team."

Dennoch wäre es für Melzer, der derzeit einfach nicht in Hochform agiert, wohl das i-Tüpfchen, wenn er den Davis Cup entscheiden könnte. "Ich brauche auch so ein Match, das ich dann gewinne. Dann kann es schnell wieder in die andere Richtung gehen", hofft Melzer.
 

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