Italien beim Giro gegen die restliche Weltelite

Den italienischen Radprofis wird der Sieg in ihrer Landesrundfahrt auch heuer nicht leicht gemacht. Der Russe Mentschow (2009) und der Spanier Contador (2008) hatten zuletzt die lange Erfolgsserie der Azzurri (von 1997 bis 2007) beendet, und auch in der am Samstag in Amsterdam beginnenden 93. Auflage zählen die Spezialisten Evans (AUS), Sastre (ESP) und Winokurow (KAZ) zu den Favoriten.

Sie fordern die heimische Elite um Ivan Basso, Stefano Garzelli und Damiano Cunego.

Superstar Contador (Team Astana) und Mentschow (Rabobank) verzichten zugunsten einer intensiven Vorbereitung auf die Tour de France diesmal auf ein Antreten, die Besetzung kann sich dennoch sehen lassen. Weltmeister Evans, der zweifache Zweite der Tour de France, hat mit dem Giro noch eine Rechnung offen. 2002 hatte er für einen Tag das Rosa Trikot getragen, war aber als Spitzenreiter in einer Bergetappe völlig eingebrochen. Der 33-Jährige (zweifacher Gewinner der Österreich-Rundfahrt) fährt heuer für das neue BMC-Team (USA) und trägt die Nummer eins.

Auch der Vorjahrs-Dritte Sastre (Cervelo) hat große Ambitionen und Winokurow (Astana) hat nach seiner im Herbst 2009 abgelaufenen zweijährigen Dopingsperre viel vor. Der Vuelta-Gewinner von 2006 möchte einen weiteren Gesamtsieg, seine Topform hat er mit Siegen in der Trentino-Rundfahrt und bei Lüttich-Bastogne-Lüttich bewiesen.

Die italienischen Rennställe bieten alle noch aktiven Giro-Sieger vergangener Jahre auf. Ivan Basso (2006), Damiano Cunego (2004) und Stefano Garzelli (2000) zählen erneut zu den Mitfavoriten, der zweifache Gewinner Gilberto Simoni (2001/03) verabschiedet sich als Teamkollege von Cunego im Lampre-Team von der großen Bühne.

Österreich wird im Streckenplan diesmal links liegengelassen, dafür stehen drei ÖRV-Profis am Start. Der Tiroler Thomas Rohregger (Team Milram) hat nach seinem vorjährigen Debüt in einer dreiwöchigen Rundfahrt die Gesamtwertung im Auge und möchte seinen 29. Platz aus dem Vorjahr verbessern. Für den Steirer Markus Eibegger und den Vorarlberger Matthias Brändle (beide Footon-Servetto) stellt der Giro eine Premiere dar, sie möchten auf einzelnen Etappen auf sich aufmerksam machen.

Rohregger, der 27-jährige Ex-Gewinner der Österreich-Tour, möchte seine Kletter-Qualitäten ausspielen. "Ich schaue vor allem auf die letzte Woche, sollte es in der Gesamtwertung nicht klappen, werde ich versuchen, auf einer Etappe vorne dabeizusein."

Eibegger sieht die erstmalige Teilnahme als "Karriere-Highlight". Er wisse nicht, was auf ihn zukomme, "aber ich will nicht nur dabeisein", erklärte der Steirer gegenüber der APA. Weil im Footon-Aufgebot kein ausgewiesener Anwärter auf einen vorderen Gesamtrang steht, sind Eibegger und der erst 20-jährige Brändle von Helfer-Aufgaben weitgehend entbunden. "Ich werde versuchen, in Fluchtgruppen dabeizusein, vielleicht komme ich mit einer durch", sagte der Vater einer vier Monate alten Tochter.

Die Streckenführung ist enorm fordernd. Nach drei Etappen in den Niederlanden wartet auf dem achten Abschnitt auf den Terminillo die erste von sechs Bergankünften. Monte Zoncolan (15. Etappe am 23. Mai), nach einem Ruhetag ein Bergzeitfahren auf den Kronplatz und eine weitere Bergankunft in Pejo Terme leiten die letzte Woche ein, ehe bei weiteren Bergankünften in Aprica (28.5./mit dem gefürchteten Mortirolo-Pass) und auf dem Tonale-Pass (mit Livigno und Gavia-Pass) die Vorentscheidung fällt. Der Sieger wird nach dem abschließenden 15,3-km-Zeitfahren in Verona am 30. Mai feststehen. (Schluss) ef/tos

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