Russischer Premier wird erwartet

Putin-Besuch als Werbung für Judo-EM in Wien

Die Zeichen stehen gut, dass der russische Premier Wladimir Putin der Einladung des Europäischen Judoverbandes (EJU) folgen und zur EM in Wien kommen wird. Mögliche Besuchstage sind Samstag oder Sonntag (24./25. April), die Kontinentaltitelkämpfe beginnen am Donnerstag davor. Die Vorbereitungen für das sportliche Highlight im Dusika-Stadion laufen nach Plan, 6.500 der 12.000 Karten sind verkauft.

Putin ist Ehrenpräsident der EJU, er gilt als Judoliebhaber, der sich nicht nur in Russland öfters bei Judokämpfen sehen lässt. "Es gibt keine feste Zusage, aber die EM ist in seinem Plan", sagte der bayrische EJU-Vizepräsident Otto Kneitinger am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Wien. Er habe einmal vier Tage mit Putin in der Sommerresidenz in Sotschi verbracht und Putin als "Judoka mir Leib und Seele" kennengelernt.

Auch wenn vieles noch offen ist, so ist eines klar: beim Putin-Besuch handelt es sich um den Besuch eines Judofans und nicht eines Politikers, das eine oder andere Treffen mit österreichischen Spitzenpolitikern ist allerdings nichts ausgeschlossen, auch wenn diesbezüglich keine Details zu erfahren sind. Für den EM-Organisator fallen jedenfalls Zusatzarbeiten an, im Dusika-Stadion werden bereits die Ehrenlogen umgebaut. Putin soll übrigens inmitten von 15 russischen und 15 österreichischen Judokindern die Wettkämpfe verfolgen.

"Wir stellen uns darauf ein, dass Putin kommen könnte, für uns wäre es eine große Ehre, damit könnten wir Judo auch aus dem Rand-Dasein herauslösen", ist ÖJV-Generalsekretär Paul Fiala bewusst, dass der hochrangige Besuch einen unbezahlbaren Werbeeffekt darstellen würde. Deshalb sagte der heimische Verbandspräsident Hans-Paul Kutschera auch: "Bei Putin werden keine Kosten und Mühen gescheut." Es darf aber damit gerechnet werden, dass Putin zusätzliche Zuschauer in die Halle locken und den Kartenverkauf steigern wird.

Über 300 Judoka aus 45 Ländern werden an der EM teilnehmen, 1.300 Viertage-Abos sind bereits verkauft und insgesamt schon über 6.500 Karten an Mann und Frau gebracht. Der für Österreich sportlich wichtigste Tag ist der Donnerstag, an dem die Österreicher Ludwig Paischer und Sabrina Filzmoser kämpfen werden, für diesen Tag sind die Tickets in der besten Kategorie bereits weg. Die Zuschauerkapazität pro Tag beträgt 3.000, im ÖJV ist man zuversichtlich, dass man die Halle voll bekommt. Groß ist auch das Interesse aus den angrenzenden Ländern.

Der Weltcup im Februar im Dusika-Stadion hat sich für das OK als "lehrreich" erwiesen und Verbesserungsvorschläge - auch vonseiten der EJU - wurden umgesetzt. Mit der Unterzeichnung des TV-Vertrages ist der ÖJV an seine finanziellen Grenzen gestoßen (Kosten: 25 Prozent des Gesamt-Budgets), dafür wird aber an allen vier EM-Tagen drei Stunden Judosport live auf ORF Sport Plus gezeigt (17.00 bis 20.00 Uhr). Die Finalkämpfe werden mit sieben Kameras gefilmt. Tagsüber versorgt "Sport in Wien" das Hallenpublikum mit Bildern auf der Vidi-Wall.

Erfreut über den Vorbereitungsstand zeigte sich Kneitinger, der auch Clubchef von TSV Abensberg ist, für den Paischer kämpft. "Auch wenn es eine Rieseninvestition ist: die Zeiten im Fernsehen sind großartig, das lacht das Herz, in Deutschland wäre das nicht möglich. Vielleicht bringt das auch noch neue Sponsoren." Es werde ein absolutes Topevent werden, zeigte er sich optimistisch.

Der heimische Verbandspräsident Kutschera betonte, man wolle vorrangig zeigen, dass man imstande ist, ein großes Event gut zu veranstalten, man wolle nicht wie ein Sparverein agieren. "Ziel ist es, pari auszusteigen, wir müssen daran nicht unbedingt verdienen."

Donnerstag, Freitag und Samstag finden bei der EM die Einzelentscheidungen in den 14 Gewichtsklassen statt, Österreich ist in jedem Bewerb mit einem Athleten oder einer Athletin vertreten. Am Sonntag geht die Team-EM in Szene, bei den Männern werden 12 bis 16 Mannschaften teilnehmen, bei den Frauen 6 bis 8.

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