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Steffi Graf: Doping-Eklat nach Geburt

Stephanie Graf (36) erlebt derzeit einen absoluten Höhenflug aber gleichzeitig einen schweren Dämpfer. Vor eineinhalb Wochen bekam Österreichs ehemalige Leichtathletin ihr zweites Kind: Christine wog bei der Geburt 3.200 Gramm, war 51 Zentimeter groß. Vater ist Superfund-Boss Christian Baha (41).

Doch Grafs Freude ist derzeit extrem getrübt. Im Hintergrund braut sich gerade ein Doping-Skandal zusammen – nicht zum ersten Mal steht Steffi Graf im Zwielicht.

Seit ihrem Silberlauf 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney über 800 Meter rätselten viele wiederholt über die Gründe ihrer Top-Leistung …

Jetzt, zehn Jahre danach, fordert Helmut Baudis, Generalsekretär des Leichtathletikverbands, ein Dopingverfahren gegen Graf. Und wieder einmal wird die „Lauf-Gräfin“ von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Graf wollte mit ‚Wahnsinn‘ nichts mehr zu tun haben
Der Auslöser: Graf gab selbst zu, dass sie während ihrer aktiven Zeit zur Blutabnahme im Wiener Blutlabor Humanplasma gewesen sei. „Ich habe mir dort im Herbst 2003 Blut abnehmen lassen. Mein Glück ist, dass ich im letzten Moment vernünftig geworden bin und das Blut nicht mehr rückführen ließ“, sagte Graf vor wenigen Wochen.

Kurz darauf (Jänner 2004) beendete die Ausnahmesportlerin ihre Karriere: „Weil ich nicht bereit war, den Wahnsinn mitzumachen“ – mit ‚Wahnsinn’ dürfte Graf wohl Blutdoping gemeint haben.

„Ein Verfahren würde Klarheit schaffen“, erklärt jetzt Baudis. Und er meint es ernst, die Untersuchungen sind angelaufen und nicht mehr aufzuhalten.

Andreas Schwab, Leiter der Nationalen Antidopingagentur (NADA) hat zwei Internationale Dopingexperten aus Kanada einfliegen lassen: „Wir werden die Sache gründlich aufarbeiten“. Die Juristen der Internationalen Antidopingbehörde (WADA) hielten sich einen Tag in Wien auf, um die brisante Causa zu recherchieren.

Jetzt sind die Experten zurück in Kanada, werten die Daten aus. In etwa zwei Wochen soll es die Ergebnisse dieser Prüfung geben. Vielleicht herrscht dann endlich Klarheit, ob Graf während ihrer Karriere wirklich sauber war.

Österreichs führender Doping-Experte Hans Holdhaus: „Das könnte ein internationaler Präzedenzfall werden.“ Es geht um die Frage, wie man mit vermeintlichen Doping-Sündern umgeht, die nicht mehr aktiv sind. Für Holdhaus steht aber fest: „Die Olympia-Silbermedaille wird sie behalten.“

Doping-Experte Holdhaus über Fall Graf

ÖSTERREICH: Herr Holdhaus, soll gegen Steffi Graf ein Verfahren eingeleitet werden?
Hans Holdhaus: Ich verstehe den Leichtathletik-Verband, der einfach Aufklärung will. Hoffentlich will man Steffi Graf aber nicht nur Hackeln ins Kreuz werfen. Grundsätzlich habe ich ein Problem mit Geschichten, die so lange zurück liegen. Was wurde nicht alles über Carl Lewis diskutiert.
ÖSTERREICH: Könnte es sein, dass Graf Ihre Olympia-Silbermedaille von Sydney 2000 im Nachhinein verliert?
Holdhaus: Nein, das schließe ich aus. Da müsste man ein zeitliches Verhältnis herstellen. Aber das müssen ohnehin Juristen klären. Wenn die das schaffen, könnte es zu einem Präzedenzfall werden, wie man in Zukunft mit solchen Fällen umgehen soll. Dann wäre das ein für allemal geklärt. Nicht nur in Österreich, sondern international.
ÖSTERREICH: Ein klares Ja zur Aufklärung?
Holdhaus: Wenn die Sache fair abgehandelt wird... Wichtig dabei ist, vor allem zu überprüfen, was zu welchem Zeitpunkt gegolten hat.

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