US Open versinken im Regen-Chaos

Kritik an fehlendem Dach

US Open versinken im Regen-Chaos

Stars sind ungehalten. Fehlendes Dach wird gefordert. Melzer-Twitter an die Sonne.

Langsam werden die anhaltenden Regenfälle bei den US Open in New York zur Bedrohung für ein fristgerechtes Ende der 121. Auflage. Auch am Mittwoch war beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Flushing Meadows an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht zu denken, auch wenn der Druck auf die Organisatoren natürlich steigt. Schließlich bedeuten die Absagen ja auch Verluste für das weltweit am stärksten besuchte, jährlich wiederkehrende Sportevent.

Wie in Wimbledon
Ein Hauch von "Wimbledon"-Stimmung macht sich in Flushing Meadows breit. Im Gegensatz zum größten aller Major-Turniere hat aber Wimbledon mittlerweile ein Dach, das heuer auch so richtig gebraucht wurde. Unvergessen sind die Eindrücke, als Sabine Lisicki unter Blitz und Donner des durchsichtigen Dachs auf dem Center Court mit einem Drei-Satz-Sieg über Marion Bartoli ins Halbfinale eingezogen war. Während die Damen, bei denen nur noch drei Spiele ausständig sind, noch nicht so in Bedrängnis sind, wird es im Herren-Turnier eng. Auch die Vorhersagen für Donnerstag waren nicht gerade rosig, und selbst wenn gespielt werden konnte, müsste einer der späteren Finalisten vier Tage in Folge best-of-five-Partien spielen.

Kein Hurrikan
Kurios, dass es nicht die Ausläufer des Hurrikans "Irene" zu Turnierbeginn sind, die die Veranstaltung so stören, sondern ganz normales schlechtes Wetter - das es bei den US Open immer wieder gibt. Schließlich droht bei einer weiteren Verschiebung schon das vierte Montag-Endspiel in Folge. Gefragt ist ein Balanceakt für die Verantwortlichen. Rafael Nadal, Andy Roddick und Andy Murray haben dem Oberschiedsrichter Brian Earley von ihrer Seite Druck gemacht und sich beschwert, weil sie nicht noch einmal auf einen rutschigen Platz beordert werden möchten.

Stars kritisieren Veranstalter
"Bei den Grand Slams geht es um eine Menge Geld. Sie tun es für sich und nicht für uns. Wir sind Teil der Show", sagte Titelverteidiger Nadal. Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic pflichtete dem Trio bei. "Uns ist die geschäftliche Seite klar. Die Leute kaufen Karten und wollen Tennis sehen, aber manchmal geht die Gesundheit vor. Die Meinung der Spieler sollte mehr respektiert werden."

Überdachung gefordert
Mit einem Dach wie bei den Australian Open oder in Wimbledon gäbe es die sich stets wiederholenden Probleme in New York nicht. Tennis-Ikone und Fernseh-Moderator John McEnroe rief die Spieler im Hinblick auf das enge Restprogramm zum Widerstand auf. "Die Spieler müssen zusammenhalten und sagen. Das machen wir nicht." Daraufhin twitterte Viertelfinalist Janko Tipsarevic: "McEnroe for President!" Der Serbe gehört wie sein Landsmann und nächster Gegner Djokovic zu den Privilegierten, ebenso der Schweizer Roger Federer und dessen französischer Kontrahent Jo-Wilfried Tsonga. Das Quartett steht schon im Viertelfinale - eine hausgemachte Ungerechtigkeit des verzerrten Spielplans.

"Die Fernsehpläne diktieren das Programm mehr als bei jedem anderen Grand Slam. Vielleicht muss man das Arthur-Ashe-Stadium abreißen und ein neues bauen", sagte John McEnroes Bruder Patrick, der ehemalige US-Davis-Cup-Kapitän. Eine Überdachung der erst 1997 fertiggestellten Arena ist angesichts von 200 Millionen Dollar Kosten laut Turnierdirektor Jim Curley nicht nur eine technische Herausforderung: "Finanziell geht das über unsere Verhältnisse."

Neue Hoffnung ab Freitag
Wie auch immer: Stimmen die Wettervorhersagen, dann wird es ab Freitag zumindest etwas besser, die Regen-Chance sinkt von 80 auf 30 Prozent. Das würde auch Jürgen Melzer freuen. Österreichs Nummer 1, der im Einzel schon in der zweiten Runde ausgeschieden ist, wartet ja auch noch auf seinen Einsatz im Doppel-Viertelfinale mit Philipp Petzschner. "Komm schon New York, zeig mir etwas Sonne", twitterte Melzer am Mittwochvormittag, ehe er später resigniert anfügte: "alles gestrichen für heute - ich liebe es."

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