WM-Skandal: Schwimmer will nicht mit Sieger posieren

Sun Yang dopingverdächtig

WM-Skandal: Schwimmer will nicht mit Sieger posieren

Gwangju. Der unter Dopingverdacht stehende Olympiasieger Sun Yang hat bei der Schwimm-WM in Südkorea den Titel über 400 m Kraul gewonnen. Der Chinese schlug am Sonntag bei der ersten Entscheidung der Beckenwettbewerbe nach 3:42,44 Minuten an. Adam Peaty schwamm im 100-m-Brust-Halbfinale in 56,88 Sekunden Weltrekord, eine überraschende Niederlage setzte es für Katie Ledecky.

400-m-Kraul-Silber ging an den Australier Mack Horton, Bronze an den Italiener Gabriele Detti. Der Österreicher Felix Auböck verpasste als 13. den Endlauf. Der Start Sun Yangs wurde wiederholt von der internationalen Konkurrenz kritisiert. Bei einer unangekündigten Doping-Kontrolle im September 2018 in China war laut Medienberichten eine Probe mit Sun Yangs Blut mit einem Hammer zertrümmert worden. Der Schwimmer soll daran direkt beteiligt gewesen sein, lautet der Vorwurf.

Horton verweigert Handschlag

Sun yang © Getty Images

Bei der Siegerehrung dann die symbolträchtige Aktion. Mack Horton bezieht mit starrer Miene hiinter dem Podest Stellung. Stoisch nimmt er die chinesische Hymne für den Sieger Sun Yang hin. Und dann das: Während der drittplatzierte Gabriele Detti für den obligatorischen Handschlag der Medaillengewinner zum Sieger hochstieg, blieb Horton unten.

Der Australier wollte sich nicht mit Sun Yang auf eine Stufe stellen, nicht mit diesem Weltmeister auf diesem Foto. Das Bild zeigt eines deutlich: Die Schwimm-Athleten haben genug von der Respektlosigkeit, gegen Sportler antreten zu müssen, die als Betrüger überführt wurden.
 

Sun Yang 2014 für drei Monate wegen Dopings gesperrt

Das Doping-Panel der FINA hatte ihn am 3. Jänner dieses Jahres allerdings vom Betrugsverdacht freigesprochen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA legte Berufung gegen die FINA-Entscheidung ein. Der Fall soll im September vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt werden. Sun Yang war bereits 2014 wegen Dopings für drei Monate gesperrt. Sollte ihm ein weiteres Vergehen nachgewiesen werden, dürften die Sanktionen für den Chinesen deutlich strenger ausfallen.
 
Olympiasieger Peaty stellte den ersten Weltrekord der Langbahn-Entscheidungen in Südkorea auf. Der 24-jährige Brite unterbot seine eigene alte Bestmarke von der EM im vergangenen Jahr in Glasgow um 22 Hundertstelsekunden. "Es gibt kein anderes Wort als unglaublich", sagte Peaty, der erklärte, seit Rio 2016 versucht zu haben, die Schallmauer von 57 Sekunden zu unterbieten, was ihm nun als Erstem gelang.
 
WM-Seriensiegerin Ledecky kassierte eine Niederlage. Die fünffache Olympiasiegerin verlor über 400 m Kraul überraschend gegen die 18-jährige Australierin Ariarne Titmus. Nach 3:58,76 Minuten schlug diese vor Ledecky an, die die letzten drei WM-Titel über diese Strecke gewonnen hatte. Die Staffelbewerbe über 4 x 100 m Kraul gingen bei den Herren an die USA und bei den Damen an Australien.
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