Schiri-Fehler kostet Bullen Finale

Marseille im Finale

Schiri-Fehler kostet Bullen Finale

Die Sensation ist ausgeblieben: Red Bull Salzburg hat den Einzug ins Finale der Europa League denkbar knapp verpasst. Die Elf von Trainer Marco Rose machte Donnerstagabend im Europa-League-Halbfinale gegen Olympique Marseille den 0:2-Rückstand nach dem Hinspiel wett, rettete sich mit einem 2:0 (0:0) in die Verlängerung, kassierte da aber in der 116. Minute das entscheidende Gegentor.

 

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Der eingewechselte Rolando traf in der Entscheidung für Marseille aus einem Eckball, der eigentlich keiner war. Nach einer torlosen ersten Spielhälfte hatte Österreichs Meister nach einem Sololauf von Amadou Haidara (53.) sowie ein Eigentor von Bouna Sarr (65.) ausgeglichen. Vor mit 29.520 Zuschauern ausverkauftem Haus in Wals-Siezenheim boten sich danach beiden Teams Chancen. Marseille darf somit im Finale am 16. Mai in Lyon gegen Atletico Madrid antreten.

Die Wut und Enttäuschung über den Treffer machte sich bei Salzburg schon auf dem Spielfeld bemerkbar. Haidara sah noch Gelb-Rot, Coach Rose machte brachte seinen Unmut beim russischen Referee Sergej Karasew an. Salzburg verpasste somit die Chance, als erste österreichische Mannschaft seit Rapid 1996 (Cup der Cupsieger) in ein Europacup-Endspiel einzuziehen.

Durchwachsene erste Halbzeit

Am Anfang eines langen Abends stand Partystimmung. Stimmungsvoll ging es in der Red-Bull-Arena schon lange vor Anpfiff zu. "Lasst uns diese Saison mit dem Finale vergolden" richtete die Salzburger Anhängerschaft aus. Beim Einlauf der Teams machten sich dann die mitgereisten OM-Fans bemerkbar. Nachdem etliche Feuerwerkkörper abgebrannt worden waren, zogen dichte Rauchschwaden durch die Arena. Bei Salzburg stand Xaver Schlager im Unterschied zum Hinspiel wieder in der Startformation, Fredrik Gulbrandsen erhielt im Angriff den Vorzug vor Hwang Hee-chan. Bei Marseille fehlte der verletzte Stürmer Kostas Mitroglou, für ihn spielte Valere Germain.

Die ersten zehn Minuten gehörten Marseille. Ein Freistoß von Dimitri Payet sorgte für erste Torgefahr. Wie beim 1:0 im Hinspiel zirkelte der Kapitän der Franzosen den Ball in den Strafraum, wo Abwehr-Haudegen Adil Rami fast zur Stelle war (6.). Salzburg vermochten es nach einer ersten Abtastphase aber ebenfalls, Akzente nach vorne zu setzen. Munas Dabbur brachte Marseilles Schlussmann Yohann Pele mit einem Schuss in Verlegenheit, die Franzosen klärten gerade noch im Verbund (13.).

Die von Rose erhoffte frühe Führung blieb dennoch aus. Salzburg versuchte, die Abwehr der Franzosen über die Flanken aufzureißen. Marseille machte jedoch die Räume eng, spielte bei Ballgewinnen schnell nach vorne und bewies auch physische Robustheit. Bis zur Pause konnten die beiden Kontrahenten keine Möglichkeit mehr herausspielen.

Salzburg mit Powerplay zum 2:0

Salzburg musste es wieder einmal in der zweiten Hälfte richten. Es war Marseille, das zunächst eine mögliche Vorentscheidung verpasste. Germain setzte Payet ein, erhielt den Ball wieder zurück und setzte den Volley knapp neben das Tor (49.). Mitten in der besten Phase der Franzosen verschaffte sich Salzburg aus einer Einzelaktion aber Luft. Haidara startete 40 Meter vor dem Tor ein Solo, ging an vier Gegnern vorbei und bezwang auch noch Pele. Der Startschuss zu einem Sturmlauf der Hausherren war gefallen.

Andre Ramalho versuchte es per Gewaltschuss (58.), ehe Dabbur per Ferse sein Glück nicht fand. Nach einer Lainer-Hereingabe traf der Israeli beim Versuch eines Kunstschusses seinen Standfuß (61.). Vier Minuten später lag der Ball endgültig im Gehäuse von Olympique. Rami klärte eine Haidara-Flanke vor die Beine von Schlager. Dessen Abschluss wäre zwar am Tor vorbeigegangen, Sarr lenkte den Ball aber ins eigene Tor. Der für Gulbrandsen eingewechselte Hwang hätte den Salzburger Dreifachschlag fast perfekt gemacht: Pele klärte einen Flachschuss des Südkoreaners zur Ecke (71.).

Bitteres Ende von Europacup-Reise

Marseille konnte jedoch zulegen und versuchte, Linie ins eigene Spiel zu bringen. Ein Kopfball von Florian Thauvin landete an die Lattenoberkante (73.), Alexander Walke wäre zur Stelle gewesen. Glück hatte Salzburg in der 86. Minute, als Thauvin Duje Caleta-Car im Strafraum klar an der Hand traf. Es war so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit für den Salzburg in Marseille verwehrten Elfmeter. In der Schlussminute ließ der eingewechselte Clinton Njie per Kopf eine Topchance für die Südfranzosen aus.

marseille.jpg © APA

Marseille spielt im Finale gegen Atlético

In der Verlängerung fand Caleta-Car nach einem Eckball seinen Meister in Pele, der den Kopfball des Kroaten mit einem Reflex entschärfte (99.). Dabbur schoss am langen Eck vorbei. Viele Zuschauer hielt es zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr auf den Sitzen. Als ein Elfmeterschießen im Raum stand, profitierte Marseille von einer Fehlentscheidung. Nach einem fälschlicherweise gegebenen Eckball für Olympique traf der eingewechselte Rolando entscheidend.

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