Wimbledon-Traumhalbfinale: Federer kracht auf Nadal

Kampf der Giganten

Wimbledon-Traumhalbfinale: Federer kracht auf Nadal

Der Erfolgslauf von Sam Querrey beim Tennis-Grand-Slam-Turnier von Wimbledon ist am Mittwoch erwartungsgemäß von Rafael Nadal gestoppt werden. Der spanische Weltranglistenzweite ließ dem Auftaktrunden-Bezwinger von ÖTV-Star Dominic Thiem im Viertelfinale keine Chance und setzte sich nach etwas mehr als zwei Stunden mit 7:5,6:2,6:2 durch. Im Halbfinale kommt es zum Klassiker gegen Roger Federer.

Der Schweizer hatte mit dem auf Position acht eingestuften Japaner Kei Nishikori mehr Mühe und behielt in 2:36 Stunden mit 4:6,6:1,6:4,6:4 die Oberhand. Für Federer war es der 100. Matchsieg am "Heiligen Rasen". Der beförderte ihn zum 13. Mal ins Wimbledon-Halbfinale. Mit Nadal kommt es nun zum 40. direkten Duell. Der Spanier hat mit 24:15-Siegen die Nase vorne. 2019 profitierte Federer im Indian-Wells-Halbfinale von einem Nicht-Antreten Nadals, in der French-Open-Vorschlussrunde siegte Nadal 6:3,6:4,6:2. Es war zugleich der einzige Erfolg des Mallorquiners in den jüngsten sieben Aufeinandertreffen.

In Wimbledon trafen die beiden Superstars bisher dreimal aufeinander und dabei jeweils im Finale. 2006 siegte Federer in vier Sätzen, 2007 in fünf Durchgängen. In einem packenden Endspiel 2008 drehte Nadal den Spieß in einem fast fünf Stunden dauernden und mit 9:7 endenden Fünf-Satz-Krimi um. "Viele haben 2008 schon gesagt, es ist das Ende, und bei mir 2009 genauso. Aber wir sind noch immer da. Es ist toll, hier wieder einmal gegen ihn zu spielen", sagte der 37-jährige Federer. Der 33-jährige Nadal sah das genauso: "Das ist großartig. Es ist aufregend, hier in Wimbledon nach so einer langen Zeit wieder gegen Roger zu spielen."
 

Federer über 100 Siege in Wimbledon: "Schon speziell"

Federer hatte während der Partie nicht im Kopf, als erster Spieler die 100-Einzelsiegmarke bei ein und demselben Grand-Slam-Turnier zu knacken. "Während der Partie habe ich nicht daran gedacht, ein Fan hat mich daran erinnert, als ich Autogramme geschrieben habe", gab Federer Einblick. Die Freude darüber ist natürlich da. "Es ist schon speziell. Wenn ich auf die 100 zurückblicke, waren einige unglaublich cool. 100 Siege hier in Wimbledon. Wer hätte das gedacht?", verlautete der Schweizer Rekord-Grand-Slam-Sieger.

Durch seinen Erfolg in 2:36 Stunden krönte sich Federer auch als bald 38-Jähriger zum ältesten Grand-Slam-Halbfinalisten seit Jimmy Connors bei den US Open 1991. "Es war schwierig. Der Anfang war brutal. Es war wichtig für mich, im zweiten Satz dann in Führung zu gehen", analysierte der Ex-Weltranglistenerste. Ab dem zweiten Satz kontrollierte Federer das Tempo der Ballwechsel besser und schlug auch stärker auf.
 

Nadal punktete wieder mit Service

Nadal konnte sich gegen Querrey auch auf seinen Aufschlag verlassen. Er sorgte dafür, dass erstmals überhaupt zwei Spanier (Anm.: Roberto Bautista Agut qualifizierte sich zuvor) im Wimbledon-Halbfinale stehen. Für Nadal gab es noch weitere gute Nachrichten: Der Linkshänder löste als erster Spieler sein Ticket für die ATP-Finals der besten acht Akteure des Jahres im November in London.

Federer will dort auch antreten und das am besten als neunfacher Wimbledon-Champion. "Er ist so gut, kann jedem Spieler auf jedem Belag wehtun. Ich hoffe aber, dass das Spiel in meine Richtung geht", sagte der Wimbledon-Rekordsieger im Hinblick auf das Duell mit Nadal.
 

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