Schluss mit Ausreden und Verwöhnprogramm
Schluss mit Ausreden und Verwöhnprogramm

Klammers Bilanz

Schluss mit Ausreden und Verwöhnprogramm

Franz Klammer erklärt, wie wir die Heim-WM 2013 noch retten können.

Ersparen Sie mir bitte einen Kommentar zum allseits beliebten Teambewerb. Es gibt wichtigere Fragen, die es in den nächsten Tagen und Wochen zu klären gilt.

1.Was ist jetzt bei den Ski-Herren zu tun?

Dass es so nicht weitergehen kann, ist allen klar. Erstmals seit sehr langer Zeit habe ich allerdings das Gefühl, dass der stärkste Skiverband der Welt auf die prekäre Lage reagiert. Doch es reicht nicht, prominente Namen aus dem Hut zu zaubern. Viel wichtiger ist es, die Strukturen den modernen Anforderungen anzupassen.

2.Warum haben wir ein Nachwuchsproblem?

Jahrelang haben die ÖSV-Verantwortlichen bei der Nachwuchs-Frage die Köpfe in den Sand gesteckt. Die Ausrede mit den „schwachen Jahrgängen“ kann ich nicht mehr hören. Unser Hauptproblem liegt ganz woanders: Wir schaffen es viel zu selten, unsere Talente ins Nationalteam einzugliedern. Dabei wäre die Lösung so einfach.

3.Was läuft in unserem Nationalteam falsch?

Die Jungen haben schlicht und einfach zu wenig Kontakt mit den renommierten Stars. Weil – wie schon öfter an dieser Stelle erwähnt – das Teambuilding fehlt. Mein Vorschlag: Größere Gruppen, mehr gemeinsames Training. Beim Individualtraining sollten sich die Läufer nur den letzten Schliff holen. Das beginnt beim Konditions-Block im Mai und zieht sich bis in die Renn- Saison.

4.Wie schaffe ich eine Win-win-Situation?

Was glauben Sie, wie unsere Nachwuchsläufer aufblühen, wenn sie sich Tag für Tag mit Stars wie Benni Raich oder Michi Walchhofer messen dürfen (und die sogar manchmal hinter sich lassen)? Und wie die Altstars umgekehrt einen Zahn zulegen, wenn sie von den Jungen einen Tritt in den Hintern bekommen? Bei dieser Gelegenheit ein Tipp: Vielleicht solltet Ihr wieder öfter Konkurrenten aus dem Ausland (wie früher z. B. die Amis) mittrainieren lassen. Ein weiterer positiver Neben- Effekt: Durch Zeitläufe mit 20 bis 25 Läufern lernen unsere Leute endlich wieder, auf schlechteren Pisten zu fahren. Sie sind viel zu verwöhnt!

5. Wann wird das neue Konzept greifen?

Egal, was jetzt passiert: Ich fürchte, dass uns eine Saison nicht reichen wird, alles in Erfolge umzumünzen. Unser Ziel muss die Heim-WM 2013 sein!

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