17. Februar 2019 11:00
Viel Kritik
Analyse: Darum holten Damen keine Medaille
ÖSV-Sportdirektor Pum legt aber Wert darauf, dass der ÖSV die meisten Medaillen hat.
Analyse: Darum holten Damen keine Medaille
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Erstmals seit 37 Jahren haben Österreichs Alpin-Damen bei Ski-Weltmeisterschaften keine Medaille gewonnen. "Wir haben das Ziel nicht erreicht", steht für ÖSV-Sportdirektor Hans Pum fest. "Es hat ihnen vielleicht die Reife gefehlt für so ein Ergebnis. An dem muss man arbeiten", sagte er speziell über die favorisiert angereisten Speed-Athletinnen. Den großen Umbruch werde es aber nicht geben.

"Generell müsste ein Astrologe sagen, wir haben nicht die perfekten Sterne gehabt, weil wenn ich mir anschaue, dass zweimal vier Hundertstel gefehlt haben auf die Medaille, ist das natürlich schon sehr, sehr knapp", meinte Pum im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Der Oberösterreicher hat als Gruppentrainer, Chefcoach, Alpin-Direktor und in seiner jetzigen Funktion schon über zwei Dutzend Großereignisse mitgemacht.

Das Trio Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer und Stephanie Venier war mit sechs Weltcup-Siegen im Gepäck in Abfahrt und Super-G nach Aare gereist. Im Super-G war Schmidhofer als Elfte beste Österreicherin, in der alpinen Kombination verpasste Siebenhofer um vier Hundertstelsekunden Bronze, zwei Tage später ereilte Venier in der WM-Abfahrt das gleiche Schicksal. "Aber es zählen halt nur die ersten drei Plätze, das ist das Entscheidende. Und eines ist klar, Wunschkonzert sind Weltmeisterschaften keine."

Nuller im Speed-Bereich tut weh

Gerade im Speed-Bereich, "wo wir doch so erfolgreich waren über die ganze Saison", sei der Nuller schade, ergänzte Pum. "Aber es zeigt einfach, dass zwar die Breite da war, aber doch noch ein Alzerl fehlt für den letzten Punch, wenn ein Großereignis ist und die Erwartungshaltung da ist." Die Speed-Ladys hätten auch Fehler gemacht, hätten ihr Potenzial nicht umsetzen können.

Die Sportlerinnen seien "mit irrsinnig viel Selbstvertrauen" angerückt, "dann ist der Super-G mehr oder weniger danebengegangen. Sie sind teilweise super auf gewissen Streckenabschnitten gefahren, haben aber dann Fehler gemacht, dann bist du schon nicht mehr dabei".

Auf der anderen Seite dürfe man die Verletztenliste bei den ÖSV-Damen nicht vergessen. "Das soll überhaupt keine Ausrede sein. Nur dass man darauf nicht vergisst, was wir für eine Mannschaft leider daheim haben vor dem Fernseher." Mit Cornelia Hütter, Anna Veith, Katharina Gallhuber, Stephanie Brunner und Christine Scheyer fielen einige Kandidatinnen auf Spitzenplätze aus. "Das tut zusätzlich weh", merkte Pum an, der den Blick schon nach vorne richten will.

Noch einige Saisonziele

"Man muss weiterschauen. Dass, was die junge Truppe da gelernt hat, ist wichtig für die Zukunft. Dass wir bei den Medaillen vorne sein möchten, auch wenn wir jetzt die meisten Medaillen haben (Stand Sonntagfrüh; Anm.), das ist nicht das Thema", sagte Pum. Die Ursachenforschung habe schon begonnen. Sportlerinnen, Trainer und Betreuer, "alle miteinander sind natürlich an der Aufarbeitung und schauen da, was man besser machen kann, wo die Fehler gelegen sind. Da wird alles analysiert bis ins Letzte."

Unmittelbar sei der Fokus aber auf den Weltcup-Endspurt zu richten. "Man darf nicht vergessen, dass man jetzt gleich weiterschaut auf die nächsten Rennen. Die fliegen da weg, und es geht schon wieder weiter", betonte Pum. Schmidhofer, Siebenhofer und Venier haben die Chance, die kleine Kristallkugel für den Gewinn des Abfahrts-Weltcups zu holen. "Das ist das große Ziel im Speed-Bereich. Die Ausgangssituation ist da sehr, sehr gut. Es braucht aber natürlich auch noch viel."